Firefox: Mit Fokus auf Privatsphäre gegen Google und Co.

11. November 2014, 09:38
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Neue Browser-Version bringt "Vergessen"-Knopf - Kooperation mit Tor-Projekt und eigener Browser für Entwickler

Zehn Jahre ist es bereits her, da wurde mit Firefox 1.0 die erste Version jenes Browsers veröffentlicht, der das Web nachhaltig verändern sollte. Mittlerweile sind die Zeiten für Softwarehersteller Mozilla nicht zuletzt durch die Konkurrenz von anderen Herstellern wie Google wieder deutlich schwieriger geworden. Also nutzt man den Geburtstag, um auch gleich zu zeigen, wohin die weitere Reise gehen soll.

Gezieltes Vergessen

Mit einem Fokus auf Privatsphärenfunktionen will man sich von der Konkurrenz absetzen. Und zwar ab sofort: Herausragendes Feature des nun veröffentlichten Firefox 33.1 ist ein "Vergessen"-Knopf, der fix im Toolbar des Browsers positioniert wird. Über diesen können die aktuellen Browseraktivitäten mit einem Klick gelöscht werden. Dazu gehören nicht nur Cookies und der Verlauf, auch werden alle gerade geöffneten Tabs geschlossen und ein leeres Fenster geöffnet. Die Nutzer können dabei wählen, wie weit dieses Aufräumen zurückreichen soll.

Suche

Zudem wurde DuckDuckGo in die Suchfunktion des Browsers aufgenommen. Die Suchmaschine versucht sich mit dem Versprechen keine Daten über seine Nutzer zu sammeln von Konkurrenten wie Google abzusetzen. Die Default-Auswahl bleibt allerdings weiterhin Google - immerhin zahlt der Chrome-Hersteller einiges für diese Positionierung.

Polaris

Für die weitere Zukunft wohl noch wichtiger: Gemeinsam mit anderen Unternehmen gründet Mozilla die Polaris Privacy Initiative, die Technologien zur Verbesserung der Privatsphäre im Browser entwickeln soll. Einer der Partner ist dabei das Tor-Projekt, gehören auch Änderungen, um die Nutzung des Anonymisierungsnetzwerks im Firefox zu verbessern, zu den ersten konkreten Projekten der Initiative. Deren Aufnahme in den Firefox wird derzeit allerdings erst geprüft, ist also bislang noch nicht ganz sicher.

mozilla hacks

Parallel dazu hat Mozilla ein letzte Woche gegebenes Versprechen wahrgemacht: Ab sofort gibt es eine eigene Version des Browsers, die ganz und gar auf Web-Entwickler optimiert ist. Diese nimmt eine Fülle von Tools auf, um die Nutzung für diese Zielgruppe einfacher zu machen. Dabei ersetzt die Firefox Developer Edition den bisherigen Aurora-Kanal, über den experimentelle Versionen des Browsers getestet werden, er wird also immer zwei große Versionen aktueller sein als die jeweils gerade stabile Ausgabe des Browsers. (apo, derStandard.at, 11.11.2014)

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