Nestroys für Heesters, Diehl und Brandauer

11. November 2014, 14:50
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Neben den Auszeichnungen auch Schmähungen bei 15. Nestroy-Gala in Wien

Wien - Bei der 15. Nestroy-Preisverleihung für die besten Darbietungen der vergangenen Theatersaison in Österreich wurden am Montag in der Wiener Stadthalle nicht nur Trophäen ausgeteilt, sondern auch Schimpf und Häme vonseiten der Moderatoren (dem Kabarettistentrio der Staatskünstler) für das skandalgeplagte Burgtheater. Dieses konnte aber mit künstlerischen Leistungen punkten: August Diehl wurde für seinen Hamlet als bester Schauspieler ausgezeichnet, Peter Matic als bester Nebendarsteller in Die letzten Tage der Menschheit, Maria Happel erhielt den Publikumspreis und Klaus Maria Brandauer, neben seiner Weltkarriere auch am Ringtheater heimisch (König Lear), nahm den Nestroy für sein Lebenswerk entgegen.

Vom launigen Moderatorentrio Robert Palfrader, Thomas Maurer und Florian Scheuba bekam neben heimischen Institutionen und Personen auch der ungarische Regierungschef Viktor Orbán für seine Strategie, in der Kunst alles Kritische auszuhungern, sein Fett ab. Ehrenhafte Preise blieben aber in der Überzahl.

Nicole Heesters wurde für ihre Nazirolle in Vor dem Ruhestand im Josefstadt-Theater zur besten Schauspielerin gekürt; Raphaela Möst ist "bester Nachwuchs"; die beste Bundesländeraufführung hat Susanne Lietzow am Phönix-Theater Linz inszeniert (Höllenangst); und für Holzfällen am Schauspielhaus Graz erhielt der polnische Theaterstar Krystian Lupa den Regiepreis.

Über den Preis für die beste Offproduktion freuten sich Regisseur Ed. Hauswirth und das Theater an der Gumpendorfer Straße (Der diskrete Charme der Bourgeoisie). Das beste Stück heißt Die Ereignisse und stammt vom schottischen Autor David Greig. Der Nestroy für die beste deutschsprachige Aufführung ging nach München, an das Residenztheater für Faust in der Regie von Martin Kusej. (red, DER STANDARD, 11.11.2014)

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Preisträgerinnen und Preisträger

  • Beste Schauspielerin: Nicole Heesters als Vera in "Vor dem Ruhestand" von Thomas Bernhard, Theater in der Josefstadt
  • Bester Schauspieler: August Diehl als Hamlet in "Hamlet" von William Shakespeare, Burgtheater
  • Beste Nebenrolle: Peter Matić für die Verkörperung seiner Rollen in "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus, Salzburger Festspiele in Kooperation mit dem Burgtheater
  • Beste Regie: Krystian Lupa mit "Holzfällen" nach dem Roman von Thomas Bernhard, in einer Bühnenfassung von Krystian Lupa, Schauspielhaus Graz
  • Bester Nachwuchs: Raphaela Möst als Agnes in "Die Geschichte vom Fräulein Pollinger" nach Ödön von Horvárth, Theater in der Josefstadt / Probebühne
  • Beste Ausstattung: Hans Kudlich für "Woyzeck" nach Georg Büchner, Volkstheater
  • Spezialpreis: Peter Gruber für vier Jahrzehnte Nestroyspiele Schwechat
  • Beste Off-Produktion: "Der diskrete Charme der smarten Menschen" von Ed. Hauswirth und Ensemble nach dem Film "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" von Luis Buñuel, inszeniert von Ed. Hauswirth, TAG
  • Beste deutschsprachige Aufführung: "Faust" von Johann Wolfgang Goethe, inszeniert von Martin Kušej, Residenztheater München
  • Beste Bundesländer-Aufführung: "Höllenangst" von Johann Nestroy, inszeniert von Susanne Lietzow, Theater Phönix Linz
  • Bestes Stück - Autorenpreis: David Greig für "Die Ereignisse", inszeniert von Ramin Gray, Uraufführung / Deutschsprachige Erstaufführung, Schauspielhaus Wien
  • Lebenswerk: Klaus Maria Brandauer
  • Publikumspreis: Maria Happel
  • Klaus Maria Brandauer wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
    foto: apa/hochmuth

    Klaus Maria Brandauer wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

  • Beste Schauspielerin: Nicole Heesters.
    foto: epa/georg hochmuth

    Beste Schauspielerin: Nicole Heesters.

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