Abfertigungsangebot für AUA-Mitarbeiter

11. November 2014, 08:00
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Kritik und Zustimmung zum neuen Kollektivvertrag halten sich die Waage

Wien - Mit dem neu ausverhandelten AUA-Bord-Kollektivvertrag (KV) sind nicht alle glücklich: Auf der Langstrecke wie auf der Mittelstrecke seien die Kopiloten sauer, weil sie jetzt genauso wenig verdienen sollen wie ein Kopilot auf den ehemaligen Tyrolean-Maschinen Dash und Fokker. Das gebe es international nirgendwo, "dass ein Kopilot auf der Boeing B777 das gleiche Salär hat wie ein Kopilot einer Regionalmaschine", erzählt ein Betroffener. Umgekehrt sind auch etliche Mitarbeiter froh, dass es den KV nun gibt, sie hätten es sich schlimmer erwartet, heißt es.

Bis zu 35 Monatsgehälter

Faktum ist, dass die vor zwei Jahren zur Tyrolean verfrachteten AUA-Bordcrews bis 14. Dezember ein individuelles Abfertigungsangebot erhalten, mit dem alle früheren Ansprüche abgegolten werden. Bei langgedienten Piloten sind das bis zu 35 Monatsgehälter, im Schnitt sind es um die 20. Wie viel dieser Vergleich die AUA in Summe kostet, wird nicht bekanntgegeben. Kolportiert wurde ein Betrag von 100 Mio. Euro.

Wörtlich heißt es im KV: "Mit Annahme dieses Abfertigungsbetrages bestätigt der Dienstnehmer, dass er keine offenen Ansprüche gegenüber Tyrolean ... so wie Austrian Airlines hat und solche auch nicht geltend machen wird." Gleichzeitig gilt eine Generalklausel (die die sonstigen Ansprüche aus der Beendigung des Dienstverhältnisses, wie beispielsweise Urlaubsersatzleistung, nicht umfasst) dahingehend, dass auf allfällige weitere Ansprüche verzichtet wird."

Bombardier statt Fokker

Vor wenigen Tagen noch sagte AUA-Chef Jaan Albrecht, dass noch keine Entscheidung gefallen sei, welches Flugzeugmodell die 20 Fokker-Maschinen ersetzen wird. Im neuen KV wird eindeutig auf den kanadischen Hersteller Bombardier CSeries Bezug genommen. Im Zusammenhang von Senioritäts- und Karrierebestimmungen heißt es, ... "und dem Unternehmen für den Zeitraum bis Ende 2019 oder bis zur früher abgeschlossenen Einflottung von 20 Flugzeugen der Bombardier CSeries Planungssicherheit (zu) ermöglichen". Das Alternativmodell, der E-Jet des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer, wird im KV nicht erwähnt.

Von diesen CSeries gibt es zwei Modelle, für 125 und 145 Passagiere. Laut Albrecht hat auch die Swiss 30 CSeries-Flieger bestellt. Mit der Umflottung soll Anfang 2015 begonnen werden.

Die Flottenentscheidung ist mehrere hundert Millionen Euro schwer und war wegen des Rechtsstreits mit dem Bordpersonal zuletzt auf Eis gelegt. Im KV ist vorgesehen, dass die CSeries zur "Mainline" gehört - im Gegensatz zu den Fokker-Fliegern, die ausschließlich von Regionalpiloten geflogen werden. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 11.11.2014)

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