ORF-TVthek: Song Contest schlägt Stronach

10. November 2014, 17:37
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Seit 2009 online – neu über Spielekonsole, Pläne für "Online First" und "Online Only"

Wien – Fernsehen verschiebt sich immer weiter weg vom vorgegebenen Schema hin zu mobiler Nutzung. Vom Trend profitieren jene, die über Inhalte verfügen. Mit Einnahmen aus Gebühren und Werbung präsentiert sich die ORF-TVthek im sechsten Jahr ihres Bestehens gut aufgestellt: 200 Sendungen, ebenso viele Livestreams und Videoarchive stehen auf orf.tvthek.at bereit. Sie sind online, mobil sowie über Smart-TV, HbbTV, neuerdings auch über die Spielekonsole Xbox One zu nutzen. Die Bilanz:

Meistabgerufen ist der Song Contest mit knapp einer Million, gefolgt vom ZiB 2-Interview mit einem entfesselten Frank Stronach (siehe Grafik). Bei den Live-Abrufen dominiert Olympia in Sotschi die Bestenliste seit 2009. Die Abrufzahlen werden pro Beitrag gezählt. Ab 2015 besteht die weitere Möglichkeit, die Verweildauer zu messen.

24 Prozent aller Videoabrufe auf der TVthek erfolgen mittlerweile über mobile Endgeräte und Apps.

Kosten, Nutzen

Das Angebot finanziert sich teils über Werbung: "Einige 100.000 Euro" kämen da herein, sagt Wrabetz. Insgesamt kommt der ORF auf rund 200 Millionen Euro Brutto-Werbeeinnahmen. Die Kosten der TVthek belaufen sich auf zwei Millionen Euro.

Erweiterte Features wie "Online First" und "Online Only" verspricht Onlinechef Thomas Prantner für 2015, des weiteren Erweiterungen bei Livestreams, Schulmaterial, Kinderprogramm und Möglichkeiten der individualisierten Nutzung.

Recht weit vorangeschritten ist die geplante Kooperation mit den Medien des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ): Noch im ersten Halbjahr soll laut Prantner die "Vermarktungs- und Contentkooperation" starten. Derzeit laufen "letzte rechtliche Abklärungen", danach sei noch die Zustimmung des ORF-Stiftungsrates notwendig.

Die TVthek verbucht laut ÖWA Plus im Monat mehr als eine Mio. User (zweites Quartal 2014), was einer Reichweite von 16,9 Prozent unter den heimischen Internetnutzern entspricht. Im laufenden Jahr verzeichnete man durchschnittlich 19 Mio. Videoabrufe pro Monat. (prie, red, DER STANDARD, 11.11.2014)

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