Assad will UN-Vorschlag für Kampfstopp in Aleppo "prüfen" 

10. November 2014, 14:38
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UNO plant örtliche Waffenruhe zur Verteilung humanitärer Güter

Damaskus - Syriens Regierung ist nach eigener Darstellung zur Prüfung des UN-Vorschlags bereit, den Kampf um die zweitgrößte syrische Stadt Aleppo vorübergehend einzustellen. Staatschef Bashar al-Assad sei vom UN-Sondergesandten Staffan de Mistura über die Kernpunkte des Plans informiert worden und halte ihn für "prüfenswert", hieß es am Montag auf der Facebook-Seite der syrischen Präsidentschaft.

An dem Vorschlag für eine örtlich begrenzte Waffenruhe sollte demnach weiter gearbeitet werden, "um die Sicherheit in Aleppo wieder herzustellen". Assad hatte de Mistura zuvor in Damaskus getroffen.

Meldungen über Fassbomben-Abwurf

Aus Aleppo gab es zuletzt immer wieder Meldungen über den Abwurf von Fassbomben durch die syrische Luftwaffe, die auf diese Weise schon tausende Menschen in den von Rebellen kontrollierten Vierteln der Stadt getötet haben soll. Fassbomben sind mit Sprengstoff gefüllte Ölfässer, deren Abwurf über bewohntem Gebiet - vor allem wegen der großen Ungenauigkeit - wiederholt von Menschenrechtsgruppen und in einer UN-Resolution verurteilt wurde.

De Mistura hatte Ende Oktober dafür plädiert, in einigen syrischen Bürgerkriegsgebieten örtliche Waffenruhen zu vereinbaren, um die Verteilung humanitärer Hilfsgüter zu ermöglichen. Aleppo bezeichnete er als "einen guten Kandidaten" für eine solche kampfberuhigte Zone.

In Syrien hatten sich friedliche Proteste gegen Assad im Frühjahr 2011 zu einem Bürgerkrieg entwickelt. Der Gewalt fielen Schätzungen zufolge bisher fast 200.000 Menschen zum Opfer. (APA, 10.11.2014)

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