Russland gibt Rubel-Wechselkurs frei

10. November 2014, 16:40
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Die russische Zentralbank ändert im Kampf gegen den Verfall des Rubel die Strategie und gibt den Wechselkurs frei

Moskau - Die russische Zentralbank schreitet gegen einen weiteren Verfall des Rubels ein. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Montag bereits Maßnahmen zur Stabilisierung der Währung angekündigt. Kurz darauf gab die russische Notenbank den Wechselkurs frei. Dieser Schritt war zwar geplant, allerdings erst für das kommende Jahr.

Zugleich kassierte Notenbankchefin Elwira Nabiullina am Montag die jüngste Praxis, Rubel-Ankäufe zur Stützung der Währung auf täglich 350 Millionen Dollar zu begrenzen. Stattdessen kündigte sie an, bei Bedarf jederzeit und in ausreichendem Umfang mit Interventionen am Devisenmarkt auf spekulative Kursbewegungen reagieren zu wollen. Dies gelte insbesondere, wenn Gefahr für die Finanzstabilität drohe.

Rubel-Stützung

Die russische Notenbank versucht schon seit längerem, mit Devisenkäufen den Rubel zu stützen. Russland Währung ist nicht zuletzt wegen der westlichen Wirtschaftssanktionen infolge der Ukrainekrise in einem Abwärtstrend geraten. Gleichzeitig setzte Russland seine Abhängigkeit von Rohstoffen zu, deren Preise fallen. Das Rohstoffgeschäft steuert fast 20 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Seit Juli hat der Rubel gegenüber dem Euro bis Anfang November rund 20 Prozent seines Wertes verloren, gegenüber dem US-Dollar betrug der Verlust sogar fast 30 Prozent.

Frei konvertierbar ab 2015

Die Notenbanker hatten erst am Mittwoch die Begrenzung der Rubel-Käufe angekündigt. Maximal 350 Millionen Dollar pro Tag sind allerdings nur ein Bruchteil dessen, was die Zentralbank in den vergangenen Wochen in die Hand genommen hat, um die Talfahrt abzubremsen. Sie intervenierte automatisch, sobald der Kurs eines Währungskorbs aus Euro und Dollar eine bestimmte Spanne zum Rubel überschritt. Ab 2015 sei die Währung aber frei konvertierbar, betonte die Zentralbank.

Die russische Währung ging am Montag auf Erholungskurs. Damit liegt sie zum Dollar aber immer noch knapp 40 Prozent unter dem Niveau vom Jahreswechsel. Zum Euro beläuft sich das Minus auf etwa 25 Prozent. (APA/red, derStandard.at, 10.11.2014)

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