Makler wollen weiter für "Anbahnung" kämpfen

10. November 2014, 10:54
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Wenn Initiative vom Mieter ausgeht, soll die EU-Verbraucherrechte-Richtlinie nicht gelten

Die praktische Umsetzung der EU-Verbraucherrechte-Richtlinie im täglichen Geschäft (die für einen massiven Anstieg der Korrespondenz mit Interessenten sorgte, DER STANDARD berichtete) haben die österreichischen Makler halbwegs verdaut, doch der Kampf dagegen geht auf höherer Ebene weiter. Österreichische und deutsche Standesvertreter hatten schon in der Diskussion über die genaue Ausgestaltung der Richtlinie vehement darauf gedrängt, dass die sogenannte "Anbahnung" ausgenommen wird - dass also die Richtlinie, die die Verbraucherrechte bei Auswärtsgeschäften stärken sollte, dann nicht zur Anwendung kommen soll, wenn die Initiative vom Mieter ausgeht (wie dies beim Maklergeschäft der Regelfall ist). Im Rahmen eines vorgezogenen "Reviews" auf EU-Ebene soll das nun nochmals aufs Tapet gebracht werden.

Makler wollen also durchaus kämpfen - aber streiken wollen sie nicht. Zumindest nicht in Deutschland, wo ab sofort das Bestellerprinzip gilt, die Makler also künftig nur noch vom Auftraggeber Provision (bzw. "Courtage") bekommen. Die Berufsvertretung von 12.000 Maklern befragte ihre Mitglieder, ob sie aus Protest ihre Arbeit für einen Tag niederlegen wollen. Das Ergebnis war ernüchternd: Nur 30 Prozent stimmten für den Arbeitskampf, sechs Prozent stimmten dagegen, 64 Prozent enthielten sich. Und nur 31 Prozent stimmten überhaupt ab. (mapu, DER STANDARD, 8.11.2014)

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