Gastfreundlich

Einserkastl9. November 2014, 17:43
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Unerfreuliche Verlängerung der Gastgartensaison in den November

Manchen verläuft dieser Herbst ganz offenbar zu golden - speziell, wo sich damit die Gartensaison so unerfreulich in den November verlängern lässt. Darauf lässt zumindest schließen, was die STANDARD-Leserin Sabina H. in einem Café am Beginn der Prater-Hauptallee erlebte, als sie sich da eines sonnigen Nachmittags mit ihrem Mann verabredete.

Der Kaffee war schnell getrunken, ein Apfelstrudel aber blieb stehen - "zach, abgestanden" hat H. ihn in Erinnerung. Was nicht weiter schlimm war: Die Sonne schien, auch das Gefühl, sich mit dem Liebsten einen Nachmittag zu stehlen, war der Produktion von Glückshormonen durchaus förderlich.

Wenn der Kellner nicht gewesen wäre. "Passt was nicht?", zischte dieser mit Blick auf den Strudel. "Na ja", meinte H., nachdem sie so konkret gefragt worden war, "viel kann er nicht."

"Den hab ich heute schon 100-mal verkauft", kam es deutlich angesäuert zurück. Sabina H. ließ es gut sein. Nach ein paar Minuten aber hatten torkelige Herbstwespen den Strudel entdeckt, worauf sie darum bat, ihn abzuräumen.

"Wie Sie wünschen", kam die Antwort, gleich darauf jedoch stand der Kellner wieder da - mit der Rechnung (auf der der inkriminierte Strudel nicht vermerkt war, Anm.): "Ich darf Sie jetzt bitten, zu zahlen und zu gehen. Damit ich Ihr Gesicht nicht mehr sehen muss." Oha. Der freundlichen Bitte wurde nur zu gern nachgekommen. (Severin Corti, DER STANDARD, 10.11.2014)

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