Minenunglück in der Türkei: Verdächtige festgenommen

9. November 2014, 16:46
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Mehrere Festnahmen nach Unglück mit zwei Toten und 16 Vermissten

Istanbul - Nach dem tödlichen Grubenunglück in der südtürkischen Stadt Ermenek hat die Polizei mehrere Verdächtige festgenommen. Der Besitzer der Mine sei am Sonntag bei der Staatsanwaltschaft in Ermenek erschienen, nachdem schon am Vortag sieben Verdächtige festgenommen wurden, meldete die Nachrichtenagentur Dogan. Der Mann weise eine Mitschuld zurück. Insgesamt wird gegen acht Firmenmitarbeiter ermittelt.

Vor zwölf Tagen waren Teile einer Mine in der Provinz Karaman überflutet und 18 Kumpel in mehr als 300 Meter Tiefe eingeschlossen worden. Zwei Leichen wurden nach Angaben der Behörden am Freitag aus der Mine geborgen. Nach den 16 verbliebenen Arbeitern wird weiter gesucht - eine Rettung ist jedoch unwahrscheinlich.

Warnungen ignoriert

Der türkische Energieminister Taner Yildiz machte am Samstag die Betreiber mitverantwortlich für das Unglück. Die Ermittlungen deuteten laut Yildiz darauf hin, dass die Arbeiten unter Tage zu nah an eine andere stillgelegte Mine herangekommen seien und es so zu der Überflutung gekommen sein könnte. Warnungen der Kumpel hätten die Verantwortlichen jedoch ignoriert. Die Betreiberfirma hatte bereits kurz nach dem Unglück in einer Erklärung jede Verantwortung von sich gewiesen.

Die Türkei wird immer wieder für mangelnde Arbeitssicherheit kritisiert. Nach Angaben des Senders CNN Türk starben seit Beginn des Jahres mindestens 354 Menschen bei Unfällen im Bergbau in der Türkei. Im Mai waren im westtürkischen Soma beim bisher schwersten Minenunglück in der Geschichte des Landes 301 Kumpel ums Leben gekommen. Die Ursache für das Unglück von Soma wird offiziell weiter untersucht. (APA, 9.11.2014)

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