Köln mit 4:3 in Hoffenheim - Prödl trifft bei Bremensieg

8. November 2014, 17:58
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Stöger-Team schraubt bisher überschaubare Trefferquote nach oben - Thomas Müller in Torlaune

Sinsheim/Wien - Titelverteidiger Bayern München bleibt in der deutschen Bundesliga das Maß aller Dinge. Die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola gewann am Samstag bei Eintracht Frankfurt 4:0 (1:0) und steht weiter souverän an der Tabellenspitze. Thomas Müller glänzte mit drei Toren.

Schalke 04 kommt auch unter dem neuen Trainer Roberto di Matteo nicht in Schwung und unterlag beim SC Freiburg mit 0:2 (0:1). Christian Fuchs war diesmal nur Ersatz. 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen mussten im Kampf um einen Champions-League-Platz ebenfalls Rückschläge hinnehmen. Leverkusen kam trotz vieler Chancen gegen den FSV Mainz 05 (Julian Baumgartlinger spielted urch) nicht über ein 0:0 hinaus, Hoffenheim unterlag Aufsteiger 1. FC Köln sogar mit 3:4 (3:3). Hannover 96 rückte damit durch den 2:0-Erfolg am Freitagabend bei Hertha BSC auf Platz vier vor.

Das Spiel in Frankfurt wurde zu einer Müller-Show. Der Weltmeister erzielte vor der Pause die Führung (22.) und sorgte dann mit zwei weiteren Toren (64. und 67.) für die Entscheidung zugunsten des klar dominierenden deutschen Rekordmeisters. In der Schlussphase stellte Xherdan Shaqiri den Endstand her (86.).

Bayern begann ohne den für Trainer Josep Guardiola so wichtigen Alaba mit Kapitän Philipp Lahm und Xabi Alonso im defensiven Mittelfeld. Dafür bot der Spanier diesmal vier Offensivleute auf. "Weiter so Jungs!", lautete der Twitter-Kommentar Alabas, der die Partie nach seiner am Freitag durchgeführten Meniskusoperation vor dem Fernseher verfolgte.

Schalke musste sich nach schwacher Leistung und Gegentreffern von Christian Günter (22.) und Jonathan Schmid (68.) geschlagen geben und bleibt im Tabellenmittelfeld. Freiburg verschaffte sich mit dem zweiten Sieg in Folge etwas Luft im Abstiegskampf.

Offene Scheunentore in Sinsheim

In Sinsheim sahen die Zuschauer eine turbulente erste Halbzeit. Nach der schnellen Führung der Gastgeber durch Adam Szalai (2.) schossen Pawel Olkowski (5.), Matthias Lehmann (12.) und Anthony Ujah (35.) die Mannschaft von Peter Stöger (Kevin Wimmer war über 90 Minuten im Einsatz) in Front. Roberto Firmino sorgte aber noch vor der Pause für den Ausgleich (39./45.). Der zweite Treffer von Olkowski (83.) bescherte dem Aufsteiger aber drei wichtige Punkte.

Die 30.150 Zuschauer in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena mussten wieder einmal nicht lange auf Tore warten. Szalai traf bereits nach 119 Sekunden für das Team von Coach Markus Gisdol, beim dritten Saisontor des Ungarn machte FC-Torwart Timo Horn eine ganz schlechte Figur.

Nach Kölns Ausgleich durch das erste Bundesliga-Tor von Olkowski gab es Chancen auf beiden Seiten. Zunächst durch Kevin Vogt (7.) für die Kölner, bei denen Marcel Risse, Slawomir Peszko und Patrick Helmes fehlten. Vier Minuten später vergab Hoffenheims Nationalspieler Kevin Volland. Wenige Sekunden später machte es Lehmann per Freistoß besser. Bei dem Treffer sah -Keeper Oliver Baumann nicht allzu gut aus.

Dann kehrte erst einmal ein wenig Ruhe ein. Erst in der 31. Minute vergab Tarik Elyounoussi die Chance zum Ausgleich. Die Kölner wurden in dieser Phase in die Defensive gedrängt. Die Mannschaft von Peter Stöger ließ sich aber nicht beeindrucken.

Ganz im Gegenteil: Ujah nutzte den kollektiven Tiefschlaf in der Hoffenheimer Abwehr und baute die Führung aus. Der Brasilianer Firmino machte das Spiel mit seinem Treffer aber postwendend wieder spannend.

Nach dem Seitenwechsel drängten die Gastgeber auf die Führung, die Kölner verteidigten aber geschickt und befreiten sich nach einer Stunde wieder vom Druck der Hoffenheimer. Ab diesem Zeitpunkt war es wieder ein offenes Spiel, das Olkowski mit seinem zweiten Treffer entschied. Köln schob sich damit vor Schalke auf Platz zehn, sieben Tore waren dem FC in der ganzen bisherigen Saison erst gelungen - nun waren es vier in einer Partie. Hoffenheim rutschte auf Platz fünf zurück.

Bremen übergibt Rote Laterne an Dortmund

Drittes Pflichtspiel, dritter Sieg: Unter der Regie des neuen Cheftrainers Viktor Skripnik hat Werder Bremen mit dem ersten Dreier vor eigenem Publikum die Rote Laterne an Vize-Meister Borussia Dortmund vorerst weitergegeben. Die Hanseaten schlugen den VfB Stuttgart nicht unverdient mit 2:0 (1:0), die Schwaben rutschten damit auf dem 17. Tabellenrang ab, zwei Plätze hinter den Norddeutschen.

Für den Führungsstreffer sorgte nach exakt einer halben Stunde Abwehrchef Sebastian Prödl nach einer Ecke von Landsmann Zlatko Junuzovic. Antonio Rüdiger fälschte den Kopfball Prödls unhaltbar für seinen Torhüter Thorsten Kirschbaum ab. Auch das 2:0 durch Fin Bartels in der 57. Minute hatte seinen Ausgangspunkt in einem Eckball von Junuzovic.

Vor 40.284 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion wäre für die seit acht Jahren in Bremen sieglosen Schwaben ein Unentschieden allerdings durchaus möglich gewesen. Insbesondere in der ersten Halbzeit vergab die Mannschaft von Coach Armin Veh gleich mehrere gute Einschussmöglichkeiten.

Martin Harnik verpasste in der 21. Minute eine Hereingabe von Sercan Sararer nur knapp, elf Minuten später verzog Christian Gentner in aussichtsreicher Position einen Kopfball. Ein Fernschuss von Alexandru Maxim strich nur knapp über den Querbalken des Bremer Tores (35.).

Dem hatten die Platzherren zunächst nur einen verdeckten Schuss von Junuzovic (3.) entgegenzusetzen. Beiden Mannschaften war die Drucksituation im Abstiegskampf anzumerken. Hüben wie drüben gab es zahlreiche Fehler im Aufbauspiel.

Nach dem Seitenwechsel nahm der Druck der Gäste spürbar zu. Skripnik reagierte und ersetzte Eljero Elia durch den defensiv deutlich stärkeren Assani Lukimya, um die Abwehr zu stärken. Nach dem 2:0 legte sich die Nervosität bei den Grün-Weißen von Minute zu Minute, die Stuttgarter konnten aus ihrer Feldüberlegenheit kein zählbares Kapital schlagen.

Die Verfolger der Münchner sind erst am Sonntag im Einsatz. Der VfL Wolfsburg erwartet den Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach gastiert beim kriselnden Vizemeister Borussia Dortmund. (sid/red - 8.11. 2014)

  • Vergnüglicher Nachmittag für Peter Stöger in der  Rhein-Neckar-Arena zu Sinsheim.
    foto: apa/epa/anspach

    Vergnüglicher Nachmittag für Peter Stöger in der Rhein-Neckar-Arena zu Sinsheim.

  • "Und dann hab i oanfach es Knia..."
    foto: ap/probst

    "Und dann hab i oanfach es Knia..."

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