Zehn Jahre Haft für General in Kongo

7. November 2014, 20:41
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Ex-Rebellenführer Kakwavu wegen Kriegsverbrechen verurteilt

Kinshasa - In der Demokratischen Republik Kongo ist ein Armeegeneral wegen Kriegsverbrechen in den Jahren 2003 und 2004 zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Nach Überzeugung des zuständigen Militärgerichts in Kinshasa beging Rebellenführer Jérome Kakwavu zwei Morde, zudem legten ihm die Richter mehrere Fälle von Vergewaltigung und Folter zur Last.

Als Anführer der Miliz FAPC habe Kakwavu zudem keine "ausreichenden Maßnahmen" ergriffen, um Kriegsverbrechen seiner Soldaten zu verhindern. Das Strafmaß lag über der von der Anklage geforderten achtjährigen Haftstrafe.

Festnahme nach Ernennung zum General

Kakwavu ist der erste ranghohe Soldat der kongolesischen Armee, der seit dem Ersten Kongo-Krieg in den Jahren 1996 und 1997 wegen Gräueltaten in seinem Land zur Rechenschaft gezogen wurde. Die Kämpfer der Miliz FAPC waren Ende 2004 in die regulären Streitkräfte integriert worden, Kakwavu wurde per Präsidentendekret zum General ernannt. Wenige Wochen später wurde er auf internationalen Druck hin festgenommen.

Die FAPC-Rebellen lieferten sich von 1999 bis 2007 erbitterte Kämpfe mit rivalisierenden Milizen um die Vorherrschaft in dem rohstoffreichen Bezirk Ituri im Osten des Landes. Nach Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen fielen dem Konflikt mindestens 60.000 Menschen zum Opfer.

Mehreren früheren Milizenführern wurde wegen der Kriegsverbrechen in Ituri vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag der Prozess gemacht. Der Ex-Kommandant der Miliz FRPI, Germain Katanga, wurde im Mai zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Sein Erzrivale und Anführer der Miliz UPC, Thomas Lubanga, hatte im Juli 2012 eine Haftstrafe von 14 Jahren erhalten. Der ehemalige Milizenchef Mathieu Ngudjolo Chui, der im Dezember 2012 vom Vorwurf der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit freigesprochen worden war, muss sich in einem Berufungsprozess vor dem IStGH verantworten. (APA, 7.11.2014)

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