Winterschlaf verlängert das Leben

7. November 2014, 16:29
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Die energiesparende Maßnahme hat auch Einfluss auf die Länge der Telomere

Wien - November ist es geworden - Tierarten, die wie der Siebenschläfer eine ausgiebige Variante des Winterschlafs durchleben, haben sich längst in die Phase des Torpor begeben: Einen Zustand, in dem die Tiere Körpertemperatur und Stoffwechselrate kontrolliert absenken. Dieser Zustand wird durch regelmäßige Aufwachphasen unterbrochen.

Bekannt ist dies als Maßnahme, um Energie und auch Wasser zu sparen. Doch Winterschlaf hält auch jung. Das zeigten Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien bei der Untersuchung von Gartenschläfern (Eliomys quercinus), die so wie die bekannteren Siebenschläfer zur Nagetierfamilie der Bilche zählen.

Versuchsgruppen

Die Wissenschafter vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni untersuchten in ihrer im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlichten Studie Gartenschläfer, die relativ spät in der Saison geboren wurden. Diese müssen, um genügend Fettreserven für den Winter anzusammeln, ihre Fettzunahme sehr effizient steuern. Einer Gruppe Gartenschläfern stellten die Forscher jeden Tag Futter zur Verfügung, einer zweiten Gruppe nur jeden zweiten Tag.

Sylvain Giroud und seine Kollegen fanden heraus, dass die Tiere, die jeden zweiten Tag fasten mussten, viel häufiger in Torporphasen fielen. Durch dieses Powernapping konnten die Tiere trotz der Fasttage rasch wachsen und genügend Fettreserven ansammeln. "Je länger die Tiere in solchen Torporphasen verharrten, desto mehr Energie sparten sie auch", erklärte Giroud.

Einfluss auf die Telomere

Erstmals zeigten die Forscher aber auch, dass der Winterschlaf den Alterungsprozess der Tiere verlangsamt. Sie maßen dazu die Körpertemperatur der Tiere und untersuchten deren Telomerlängen. Telomere sind DNA-Stücke an den Enden der Chromosomen, die bei jeder Zellteilung kürzer werden und deshalb als Marker für den Alterungsprozess gelten. Je länger die Tiere höhere Körpertemperatur hatten, also nicht in Torporphasen waren, desto kürzer waren ihre Telomere.

. Je weniger Zeit die mit Siebenschläfern verwandten Nagetiere in Winterschlafphasen verbrachten, desto kürzer waren die Telomere. Die Länge dieser Endkappen der Chromosomen gilt als Maß für den Alterungsprozess. (APA/red, derStandard.at, 7. 11. 2014)

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