Wort der Woche: Spaßbad

8. November 2014, 17:00
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Die Stadt Salzburg trägt sich mit der Errichtung eines Spaßbades. Unklar ist, wer von einer solchen Einrichtung profitiert

Von der Einrichtung eines "Spaßbades" sprechen dieser Tage Salzburgs Stadtväter. Das Gebot der Reinlichkeit ist für viele Menschen ein notwendiges Übel. Allein seine Befolgung bürgt noch nicht für ausreichend Spiel und Spaß.

Als die alten Römer ihre Thermen errichteten, stand ihnen der Sinn nicht nach Jokus. Ihre häufig pyknischen Leiber setzten die Herrscher der Antike im öffentlichen Bad (lateinisch "lavatrina") allerlei Güssen und Dämpfen aus. Ansonsten reichte damals ein gepflegtes Sitzwannenbad aus, um sich ausreichend bespaßt und an den Lachmuskeln gekitzelt zu fühlen. Es ist unzureichend überliefert, ob sich Roms Badegäste bei der Einölung durch klamme Sklavenhände zum Lachen reizen ließen. Komplett in Vergessenheit geraten ist auch die Antwort auf die Frage, ob es als unschicklich galt, in das Marmorbecken zu pullern. Heimlich, versteht sich.

An der Wiege des modernen "Spaßbades" standen somit Eltern, die bis heute anonym geblieben sind. Die einen sagen, eine solche blau gekachelte Witzbude soll über das Gefühl der Tristesse hinweghelfen, das einen unweigerlich befällt, wenn man zu viel Chlorwasser geschluckt hat.

Wieder andere kriegen sich bereits vor Lachen nicht ein, wenn sie eine ordentliche Arschbombe hingelegt haben. So viel Humor ist in den Augen der Salzburger Nasstempel-Betreiber verdächtig. Vorsorglich hat der zuständige Stadtrat versichert, "nur ein Spaßelement" in das feucht-fröhliche Bauwerk integrieren zu wollen. Man rätselt, welches das sein wird. Ein Tipp: Fußpilzerreger. (poh, DER STANDARD, 8.11.2014)

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    foto: heribert corn
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