Kardiologen für engmaschigere Versorgung von Herzschwäche-Patienten

7. November 2014, 14:55
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Spital, Hausarzt, niedergelassener Facharzt und mobile Pflegedienste sollen besser zusammenarbeiten, fordert Kardiologe Christian Ebner

Die Österreichische Kardiologische Gesellschaft will mit einem Pilotprojekt in Oberösterreich die Versorgung von Herzinsuffizienz-Patienten engmaschiger gestalten. Dadurch soll die Lebensqualität Betroffener steigen, die Mortalität sinken und die Betreuung stärker in den niedergelassenen Bereich wandern. Noch spießt es sich an der Finanzierung - circa 750.000 Euro wären nötig.

Pilotprojekt in drei Bezirken

In Österreich leiden schätzungsweise 250.000 Personen an Herzinsuffizienz. Oberösterreich mit mehr als 40.000 Betroffenen liegt bei den Spitalseinweisungen und der Aufenthaltsdauer in den Krankenhäusern über dem Bundesdurchschnitt. Auf dem Kongress "Herzinsuffizienz Update 2014" im Krankenhaus der Elisabethinen in Linz diskutieren Experten derzeit, wie die Patientenbetreuung optimiert werden kann.

Das am Freitag vorgestellte Pilotprojekt ist eine Initiative der Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz in der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft. Es soll in drei Regionen - Linz, Vöcklabruck und Rohrbach - durchgeführt werden, umriss der Leiter der Arbeitsgruppe und Tagungs-Organisator Christian Ebner die Pläne. Es gehe darum, ein Netz zu schaffen, das den Patienten auffange.

Patienten "an die Hand nehmen"

Spital, Hausarzt, niedergelassener Facharzt und mobile Pflegedienste sollen sich das Staffelholz quasi immer gegenseitig in die Hand geben, damit der Patient nie auf sich allein gestellt ist. Das umfasst etwa, dass Pflegekräfte und Hausärzte Symptome besser erkennen, überwachen und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Es soll aber auch verhindert werden, dass der Patient selbstständig Medikamente absetzt oder Therapien abbricht, weil er damit überfordert ist. Anstatt ihm einen Überweisungsschein auszustellen, den er nutzt oder auch nicht, soll er "an der Hand genommen" und gleich vom Hausarzt bei einem Spezialisten angemeldet werden.

Ebner will in ein- bis eineinhalb Jahren rund 500 Patienten für das Programm rekrutieren und würde gerne im zweiten, spätesten aber im dritten Quartal 2015 starten. Er hat mit seinen Mitstreitern das Programm auch bereits in einer Elefantenrunde aus Politik und Akteuren des Gesundheitswesens vorgestellt. "Wir haben wohlwollende Zustimmung gefunden", sagt Ebner. Allerdings spieße es sich derzeit noch am Geld, dafür gibt es vorerst keine Zusage. (APA, derStandard.at, 7.11.2014)

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