Happy Birthday: Firefox wird zehn

7. November 2014, 17:48
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Alternativbrowser knackte Quasimonopol des Internet Explorers

Als Firefox vor einem Jahrzehnt an den Start ging, war der Markt der Browser recht übersichtlich: Mehr als 90 Prozent der Internetnutzer ließen sich mit dem Internet Explorer von Microsoft durch das World Wide Web navigieren. Dieses Programm war auf Windows-Rechnern vorinstalliert.

Schlupflöcher für Viren und Würmer

Auf die Suche nach einer Alternative machten sich trotz zahlreicher Schlupflöcher für Viren und Würmer nur die wenigsten. Dann kam Firefox und brachte kräftig Schwung in den Markt. Er ist seit Jahren der Liebling der deutschen Internetsurfer.

Die Veröffentlichung der ersten Firefox-Version am 9. November 2004 brachte die Marktmacht des Internet Explorers ins Wanken: Schon nach wenigen Wochen verbuchte Firefox 1.0 mehrere Millionen Downloads. Die frei entwickelte Browser-Alternative der gemeinnützigen Mozilla-Stiftung erfreute sich rasch wachsender Beliebtheit, weil sie als sicherer, schneller und benutzerfreundlicher galt als der Quasi-Monopolist von Microsoft.

Auch wenn der Kleine Panda eigentlich kein Fuchs ist

Der Name Firefox entstand dabei erst im dritten Anlauf. Ursprünglich hatte das Projekt den Namen Phoenix. Dieser wurde aus markenrechtlichen Gründen verworfen. Und auch die darauffolgende Idee für Firebird zerschlug sich. Letztlich taufte die Mozilla-Stiftung den Browser Firefox - Feuerfuchs, so heißt umgangssprachlich der kupferrote Kleine Panda, der in der Himalaya-Region zu Hause ist. Auch wenn der Kleine Panda eigentlich kein Fuchs ist, zeigt das Firefox-Symbol, wie sich ein Fuchs um die Weltkugel schmiegt.

Bei seinen Nutzern punktete der Feuerfuchs schnell mit praktischen Funktionen. Ein Pop-up-Blocker, mit dem lästige Werbefenster ignoriert werden, ein Download-Manager und eine Lesezeichenverwaltung waren in Firefox von Anfang an integriert. Auch die sogenannten Tabs, mit denen sich im selben Fenster mehrere Internetseiten parallel öffnen lassen, gab es damals schon. Und wem die Funktionen nicht ausreichten, konnte bereits vor zehn Jahren über Erweiterungen seinen Browser individuell aufpeppen. Von diesen sogenannten Add-ons sind inzwischen zigtausende verfügbar. Heute ist der Browser in mehr als 80 Sprachen erhältlich.

Microsoft ließ die Weiterentwicklung des Internet Explorers lange schleifen

Auch beim Thema Sicherheit konnte Firefox schnell punkten: Während Microsoft die Weiterentwicklung des Internet Explorers im guten Glauben an die eigene Marktstärke lange schleifen ließ, setzte die Mozilla-Stiftung auf Freiwillige, die den Browser dank seines offenen Quelltextes voranbrachten. "Das quelloffene Entwicklungskonzept trug und trägt maßgeblich zu Innovationen und Verbesserungen bezüglich der IT-Sicherheit bei", erklärt Florian Hillebrand vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Firefox spielte aus seiner Sicht eine "bedeutende Rolle" dabei, das Konzept der sogenannten Open-Source-Software bekannt zu machen.

Firefox zählt zu den beliebtesten Browsern weltweit, wobei sein Marktanteil zuletzt schrumpfte. In Deutschland und Österreich verteidigt Firefox laut der Marktforschungsfirma Statcounter seit Jahren den Spitzenplatz, wenn auch mit Einbußen. In vielen Regionen der Welt ist mittlerweile aber das Konkurrenzprogramm von Google die Nummer eins. Google Chrome wird auch vom BSI empfohlen, weil er in puncto IT-Sicherheit "technisch führend" ist, wie Hillebrand erklärt.

Google

Vor allem der Internetkonzern Google war es, der von dem Schwung profitierte, den Firefox in den Markt der Browser brachte. Doch die Mozilla-Stiftung profitiert auch von Google. Den Großteil seiner Einnahmen erwirtschaftet Mozilla nämlich über Verträge mit Suchmaschinen-Anbietern wie Google, Bing, Yahoo oder Yandex, deren Suchfelder dafür in den Browser integriert werden und Internetnutzer auf ihre Seite führen. Auch von Amazon und eBay kommt Geld. Allein der Vertrag mit Google spült Mozilla Berichten zufolge jährlich etwa 300 Millionen Dollar in die Kasse. Das Geschäft wurde im Dezember 2011 für mindestens drei Jahre abgeschlossen und könnte also kurz nach den Partys zum zehnten Geburtstag wieder neu geschnürt werden. ( (von Ulrike Tschirner/AFP, 07.11. 2014)

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    foto: mozilla
  • Laut StatCounter surft die Mehrheit der Österreicher mit Firefox.

    Laut StatCounter surft die Mehrheit der Österreicher mit Firefox.

  • Feuerfuchs, so heißt umgangssprachlich der kupferrote Kleine Panda, der in der Himalaya-Region zu Hause ist.
    foto: mozilla

    Feuerfuchs, so heißt umgangssprachlich der kupferrote Kleine Panda, der in der Himalaya-Region zu Hause ist.

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