Teuer und unbrauchbar: Wieso PS4 und XBO keine alten Lenkräder unterstützen

7. November 2014, 11:43
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Sicherheitschips lassen "GT"- und "Forza"-Spieler im Regen stehen

Wer sich noch vor einem Jahr noch ein Lenkrad für das PS3-Rennspiel "Gran Turismo 6" gekauft hat, oder sein Racing-Set-up bereits zu X360-Zeiten für "Forza Motorsport" eingerichtet hatte, erlebt beim Umstieg auf die neue Konsolen eine herbe Enttäuschung: Die alten und in vielen Fällen nicht gerade billigen Lenkräder der vergangenen Hardwaregeneration werden von PlayStation 4 und Xbox One nicht unterstützt. Wer "Forza Horizon 2" oder "DriveClub" mit einem Lenkrad zocken möchte, braucht neue Gerätschaft.

Wieso?

Wie die Seite Eurogamer berichtet, liegt dies an einigen grundlegenden Systemumstellungen seitens der Plattformbetreiber. Laut Hersteller Fanatec hat Microsoft der XBO komplett neue Protokolle für die kabellose Kommunikation und die Force-Feedback-Funktionen verpasst, wodurch eine Abwärtskompatibilität ausgeschlossen ist. Zusätzlich müssen Dritthersteller einen eigenen Sicherheitschip von Microsoft erwerben und verbauen, damit sie überhaupt die Produktfreigabe erhalten.

Sony hat die Protokolle gegenüber der PS3 hingegen nicht grundlegend umgestellt, weshalb auf der PS4 zumindest eine eingeschränkte Kompatibilität zu alten Lenkrädern möglich wäre. Allerdings setzt man nun wie Microsoft auf einen speziellen Sicherheitschip zur Produktauthentifizierung, ohne den man unter anderem nicht durch Menüs navigieren und andere Funktionen ausführen kann, heißt es seitens Hersteller Mad Catz.

Gemeinsame Lösung?

Fanatec ist eigenen Aussagen nach in Verhandlung mit Sony, um einen Treiber zu entwickeln, der PS3-Lenkräder kompatibel mit der PS4 macht sowie Geräte herzustellen, die mit beiden Konsolen zusammenarbeiten. Letztendlich sei es jedoch das Ziel, Produkte herzustellen, die mit allen aktuellen Plattformen (PC, PS4, XBO) kompatibel sind. Microsoft habe angeblich schon Bereitschaft dazu gezeigt, mit Sony stecke man noch in Gesprächen. Fanatecs Argumentation ist schlüssig: Durch die Lizenzvergabe und die notwendigen Sicherheitschips würden Sony und Microsoft so auch an Peripheriegeräten mitverdienen, die nicht für ihre Plattformen gekauft würden. Für Kunden wäre das Ende des Plattformzwangs ebenso von Vorteil. (zw, derStandard.at, 7.11.2014)

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Eurogamer

  • Das G27 ist ein Favorit unter "Gran Turismo"-Spielern, auf der PS4 funktioniert es aber nicht.
    foto: logitech

    Das G27 ist ein Favorit unter "Gran Turismo"-Spielern, auf der PS4 funktioniert es aber nicht.

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