Petition beim "Spiegel": 91 Prozent der Printredakteure gegen Büchner

7. November 2014, 11:31
2 Postings

Sie orten ein "Führungsvakuum" und fordern de facto die Ablöse des Chefredakteurs

Wien - Eine Petition läutet die nächste Runde im Streit zwischen Print, Online und der Führungsebene beim deutschen Nachrichtenmagazin "Spiegel" ein: Laut Informationen von meedia.de fordern 91 Prozent der Printredakteure in einer Erklärung die Ablöse Wolfgang Büchners als "Spiegel"-Chefredakteur. Das Schreiben kursierte angeblich seit Dienstag im Haus, am Donnerstag wurde es den "Spiegel"-Gesellschaftern übergeben.

Die Rede ist von gewaltigen Herausforderungen, mit denen das Medium konfrontiert sei. Und: "Nun aber gibt es beim Spiegel ein offensichtliches Führungsvakuum, nicht zuletzt nachdem öffentlich geworden ist, dass die Gesellschafter bereits Gespräche zur Nachfolge Wolfgang Büchners geführt haben.

Das lähmt die redaktionelle Arbeit und verhindert dringend notwendige Entscheidungen. Die Redakteurinnen und Redakteure des Spiegel rufen die Gesellschafter daher auf, diesen Schwebezustand unverzüglich zu beenden."

Laut Medienberichten stößt die Erklärung bei den Onlinern auf wenig Gegenliebe, sie stehen mehrheitlich hinter Büchner. Der ehemalige dpa-Chefredakteur, der seit gut einem Jahr amtiert, erarbeitet unter dem Namen "Spiegel 3.0." ein Konzept, um Print- und Onlineredaktion neu aufzustellen. Seit Wochen opponieren Teile der Redaktion dagegen. (red, derStandard.at, 7.11.2014)

Share if you care.