Die "großen sieben" Kompetenzen für Chefs

13. November 2014, 17:00
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Für die vielfältigen Ansprüche einer neuen Arbeitswelt müssen Führungskräfte sich stärker auf ihre inneren Qualitäten besinnen

Mehr Mitspracherecht, der Wunsch nach Souveränität und individuelle Gestaltungsfreiräume: Um optimal auf die vielfältigen Ansprüche einer neuen Arbeitswelt eingehen zu können, müssen sich Führungskräfte auf innere Qualitäten besinnen.

Vertrauen, Diversity und Empathie - vor einigen Jahren noch als zweitrangig betrachtet - gelten heute als ausschlaggebend für den Erfolg und das innovative Potenzial eines Unternehmens. Hinzu kommt, dass spätestens die Generation Y Nein sagt zu einer Tätigkeit, bei der wohl das Gehalt, nicht jedoch die wertorientierte Haltung stimmt.

Also hat auch die Weiterbildungsindustrie umgeschwenkt und geht nach innen. Das Führungskräfte-Entwicklungsprogramm "Main 7" etwa will die inneren Schlüsselkompetenzen bei der Umsetzung von nachhaltigem, menschlichem und effektivem Management fördern.

"Erfolgreiche Führung ist keinesfalls nur eine Frage des Intellekts", erklärt Kerstin Eisenschmidt, Geschäftsführerin der Eisenschmidt Consulting Crew und Initiatorin des Konzepts.

Führungskräfte, die die Zukunft ihres Unternehmens aktiv und kreativ gestalten wollen, müssten die bisher erlernten Führungsmuster aufbrechen. Neben dem Wunsch und Willen zur Veränderung, fokussiert das Main-7-Modell daher auch gezielt auf Selbstreflexion und die Arbeitskultur innerhalb des eigenen Unternehmens.

Die Lufthansa hat's probiert

"Im Gegensatz zu herkömmlichen Führungsseminaren geht es hier nicht um das Erlernen theoretischer Modelle und die Anwendung von Führungsinstrumenten", berichtet Alexander Sixt, Leiter Key Account und Service Management bei der Lufthansa Systems AG, von seinen Erfahrungen mit dem außergewöhnlichen Führungskräfteprogramm.

Stattdessen stehe die Förderung sieben elementarer Kernkompetenzen im Vordergrund: Sinn, Selbstwahrnehmung, positive Einstellung, Metaebene, Verantwortung, Energie und Empathie sind dabei maßgeblich für die innere Stabilität und damit auch die Fähigkeit, zukünftige Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Begegnungen mit sich selbst

"Die Beschäftigung mit diesen Themen bedeutet immer auch eine Begegnung mit den eigenen Stärken und Schwächen. Doch gerade durch diese intensive Reflexion ergibt sich nicht nur eine völlige neue Sichtweise auf die eigene Person, sondern auch auf andere. Eine Erfahrung, die meine persönliche Haltung verändert und mich auf gänzlich neue Lösungsspielräume aufmerksam gemacht hat", so Sixt.

Neben der Auseinandersetzung mit sich selbst arbeitet das mehrtägige Trainingsprogramm mit konkreten Methoden und Impulsen, die an die Ansätze von Gerald Hüther, Martin E. P. Seligmann oder Barbara Lee Frederickson angelehnt sind. Sixt: "Seitdem hat sich nicht nur das Arbeitsklima wesentlich verbessert - wir sind auch produktiver und zufriedener geworden. Aspekte, die meiner Ansicht nach für sich sprechen." (red, ManagementStandard, November 2014)

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