600 US-Soldaten waren seit 2003 im Irak Chemiewaffen ausgesetzt 

7. November 2014, 10:32
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Betroffene klagen in Zeitung über schlechte Betreuung

Chemie/Militär/USA - Mehr als 600 US-Soldaten sind nach eigenen Angaben nach der US-Invasion im Irak 2003 chemischen Kampfstoffen ausgesetzt gewesen. Eine von US-Verteidigungsminister Chuck Hagel angeordnete Prüfung der Akten habe ergeben, dass in den vergangenen Jahren deutlich mehr Soldaten über Kontakt mit Chemiewaffen klagten, als bisher bekannt war, sagten Vertreter des US-Verteidigungsministeriums am Donnerstag.

Sie bestätigten damit Recherchen der "New York Times", die in einer Artikelreihe über die Klagen der Soldaten berichtet hatte. US-Präsident George W. Bush hatte die Invasion zum Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein unter anderem mit der Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen begründet. Es wurde jedoch nie ein Beweis für ein aktives Programm zur Herstellung derartiger Waffen gefunden.

Allerdings hätten die Soldaten Überreste alternder Chemiewaffenbestände entdeckt, berichtete die "New York Times". Demnach wurden rund 5000 Gefechtsköpfe, Granaten und Bomben mit chemischen Kampfstoffen gefunden.

Da die US-Soldaten nicht für den Umgang mit den Kampfstoffen ausgebildet gewesen seien, hätten sie teilweise Verletzungen durch Sarin- oder Senfgas erlitten, schrieb die Zeitung. Hagel hat nun neue medizinische Untersuchungen für betroffene Soldaten und Veteranen angeordnet. (APA, 7.11.2014)

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