VW Scirocco & Peugeot RCZ: Da rollt das R

Ansichtssache9. November 2014, 17:00
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Der Scirocco und der namentlich etwas sperrige RCZ haben sich hinten ein R drangefügt. Das bedeutet ordentlich Leistung und viel Fahrspaß, aber auch eine Herausforderung für den Fahrer. Der eine will gebändigt, der andere gefordert werden.

foto: stockinger

Den VW Scirocco gibt es auch in einer braven, zivilen Fassung mit 125 PS, bei uns stand aber die verschärfte Version mit 280 PS vor der Tür, das Kürzel hinten lautet R. Auch den Peugeot RCZ gibt es in einer abgeschwächten Variante mit 156 PS, wir aber wählten die zugespitzte Ausführung mit 271 PS, das Kürzel hinten lautet wiederum R. Es Rrrrollt also schnell.

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Von den Grunddaten sind sich Scirocco und RCZ also ziemlich ähnlich, ähnliche Leistung, ähnlicher Preis, ähnlicher Anspruch. Sehr sportlich eben. Und dennoch sind der Deutsche und der Franzose in der Anmutung und in der Umsetzung der Leistung doch ziemlich unterschiedlich.

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Das fängt schon beim Namen an. RCZ klingt ziemlich technisch und sperrig, während Scirocco die Emotion anspricht, da weiß man gleich, was einem bevorsteht. Der VW besticht durch die Unmittelbarkeit der Leistung, die sehr wuchtig daherkommt und einem ständig Gnackwatschen androht, er glänzt durch Perfektion, da passt alles, das ist sehr deutsch.

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Der Franzose hingegen ist ziemlich französisch. Man muss fahren und arbeiten, um die Leistung abzurufen, man muss schalten und sitzt insgesamt in einem ziemlich exotischen Auto, das manifestiert sich auch im Aussehen, man hat das Gefühl, zu weit vorne zu sitzen. Die Straßenlage ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, da muss man mitdenken und ausbessern, den Wagen kennenlernen und sich vertraut machen. Rein vom Anfühlen her wirkt der VW Scirocco viel stärker motorisiert, da erschlägt einen die Wucht der Leistung, man muss aufpassen, nicht gleich über das Ziel hinauszuschießen. Der Peugeot hingegen will gefahren und gefordert werden, die Leistung kommt über die Drehzahl, man kann Gas geben, ohne gleich im roten Bereich zu sein. Der RCZ ist ein Fahrerauto, und das macht richtig Spaß.

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Beim VW hingegen atmet man nach dem ersten Beschleunigungsschub erst einmal durch, da macht das Auto mehr mit einem als man selbst mit dem Auto. Der Turbo lässt grüßen. Während man den Peugeot fordern muss, muss man den Scirocco bändigen, der reißt ordentlich an. Die Technik im VW ist beeindruckend, im Peugeot hingegen hat man den Eindruck, mehr Fahrer als schnell Beförderter zu sein.

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Beide Autos haben großes Potenzial, sie verleiten natürlich zum Schnellfahren, das ist ihr Anspruch. In beiden Autos kann man schnell und sehr schnell unterwegs sein, beide können aber auch die komfortable, gemütliche Gangart. Der Peugeot ist ein bisschen direkter, man spürt alles besser, auch die nicht ganz so vorhandene Perfektion. Wem was taugt: Das ist Geschmackssache. (Michael Völker, DER STANDARD, 7.11.2014)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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