Lega Nord will Mitte-rechts-Block ohne Berlusconi aufbauen

6. November 2014, 12:45
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Verurteilter Ex-Premier empört über "Verrat"

Rom - Italienische Rechtsparteien denken über die Bildung eines Mitte-Rechts-Blocks ohne den bisherigen Führer des Mitte-rechts-Lagers, Ex-Premier Silvio Berlusconi, nach. Der Chef der rechtspopulistischen Oppositionspartei Lega Nord, Matteo Salvini, will ein Mitte-rechts-Bündnis mit der mitregierenden Rechtspartei um Innenminister Angelino Alfano, Nuovo Centrodestra (NCD), schmieden.

Salvini will dabei Berlusconis oppositionelle Forza Italia, die seit mehr als 20 Jahren Eckpfeiler des Mitte-rechts-Blocks ist, nicht einbeziehen. "Berlusconi denkt an eine neue Version der Forza Italia im Hinblick auf die Regionalwahlen. Doch die Welt hat sich geändert, und der Mitte-rechts-Block muss sich ebenfalls ändern", sagte der 40-jährige Salvini.

Blick nach Süditalien

Sein Ziel ist es, das Bündnis aus Lega Nord und NCD in eine neue rechtsorientierte Kraft nach dem Vorbild des Front National von Marine Le Pen in Frankreich umzubauen. Um das zu erreichen, blickt die traditionsgemäß im Norden verankerte Lega jetzt auch verstärkt in Richtung Süditalien. Neue Parteisitze will Salvini südlich von Rom gründen "Wir wollen die Mehrheit in Italien erobern. Ein Wachstum von zwei Prozent bei den nächsten Wahlen interessiert mich nicht", betonte Salvini siegessicher.

Salvinis Offensive sorgt für Bauchschmerzen in der Forza Italia. Berlusconi klagte über einen "Verrat". "Ich habe Salvini bisher stets unterstützt. Wo kann er ohne mich schon hinkommen?", fragte Berlusconi. Kritisch zeigte sich auch Lega-Gründer Umberto Bossi. "Berlusconi ist und bleibt der Leader des Mitte-rechts-Lagers. Salvini solle sich für eine Lega der Völker einsetzen", riet Bossi. (APA, 6.11.2014)

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