Razzia bei ÖIAG: Postprivatisierung im Visier

6. November 2014, 12:41
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Staatsanwaltschaft ordnete im Sommer eine Hausdurchsuchung bei der ÖIAG an

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat im Sommer eine Hausdurchsuchung in der Zentrale der staatlichen Beteiligungsholding ÖIAG angeordnet, berichtet das Wirtschaftsmagazin Format. "Es haben mehrere Hausdurchsuchungen in Geschäftsräumlichkeiten und Privatadressen stattgefunden", bestätigt WKStA-Sprecher Thomas Haslwanter gegenüber dem Magazin.

Ein ÖIAG-Sprecher bestätigte gegenüber der Austria Presseagentur den "Besuch", der bereits am 3. Juli stattfand; und betonte, dass die ÖIAG nicht Beschuldigte sei. Mit der Staatsanwaltschaft habe man voll kooperiert, was man auch weiterhin tun werde. Alle geforderten Akten seien zur Verfügung gestellt worden. "Wir tun alles dafür, um die Vorwürfe aufzuklären, auch wenn diese uns selbst nicht betreffen", so ein ÖIAG-Sprecher. "Es gab keine Hausdurchsuchungen bei Privatadressen von Mitarbeitern der ÖIAG."

Postbörsegang

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft stehen im Zusammenhang mit dem Börsengang der Post AG. Es geht um den Verdacht von Bestechungszahlungen. Vorwürfe rund um die Privatisierung der Österreichischen Post im Jahr 2006 unter dem damaligen Postchef Anton Wais kochen wiederholt auf. Es geht um mutmaßliche Bestechungszahlungen, die über eine Firma des PR-Beraters Peter Hochegger an den Lobbyisten Walter Meischberger geflossen und am Ende zum Teil bei Grasser gelandet sein sollen, schreibt das Format. Grasser, Hochegger und Meischberger haben die Vorwürfe immer vehement zurückgewiesen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Bei der Raiffeisen Centro Bank (RCB), die damals den Börsegang begleitet hat, gab es am 3. Juli ebenfalls eine Hausdurchsuchung. Die RCB hatte den Teilbörsengang als eine unter fünf Investmentbanken begleitet. Die Ermittler fragen sich hier laut Medienberichten, wie die RCB konkret an diesen Auftrag gelangte.

Laut Format prüft die Anklagebehörde darüber hinaus eine Reihe von ÖIAG-Deals der Jahre 2000 bis 2007, darunter den Verkauf des Dorotheums. (red, derStandard.at, 6.11.2014)

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