Nachmittagsbetreuung wird öfter als Aufgabe des Staats gesehen

6. November 2014, 12:05
156 Postings

Fast gleich viele Personen sehen mittlerweile die Familie beziehungsweise den Staat als hauptzuständig an

Wien - Die Nachmittagsbetreuung von Schulkindern wird immer stärker als Sache des Staats gesehen. Das zeigt eine im Informationsdienst des Instituts für Familienforschung (ÖIF) veröffentliche Studie aus dem Generations and Gender Survey. Mittlerweile halten fast gleich viele Befragte Staat beziehungsweise Familie für hauptzuständig.

Nachmittagsbetreuung

Im Rahmen der Erhebung wurden 2009 und 2013 jeweils rund 5.000 Personen befragt. Ergebnis: Die größte Gruppe (43 Prozent) sah 2013 Familie und Staat gleichermaßen für die Nachmittagsbetreuung zuständig. 31 Prozent ordneten die Hauptzuständigkeit der Familie zu, 26 Prozent dem Staat. Auffällig ist dabei die Entwicklung: 2009 waren noch 38 Prozent der Ansicht, dass sich primär die Familien nachmittags der Schulkinder annehmen sollen, nur 22 Prozent nahmen primär den Staat in die Pflicht (beide gleichermaßen: 40 Prozent).

Einstellung hat sich verändert

"Zusammen mit der öffentlichen Diskussion der vergangenen Jahre um ganztägige Schulformen haben sich also auch die Einstellungen der Bevölkerung etwas verschoben", heißt es im Bericht. Besonders deutlich seien diese Änderungen bei den unmittelbar Betroffenen ausgefallen, also Eltern von Kindern zwischen sechs und 15 Jahren: Sie schrieben 2009 noch mit 44 Prozent weitgehend den Familien die Hauptverantwortung zu - 2013 war es nur mehr etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent).

Am stärksten in Richtung staatliche Verantwortung tendieren übrigens die Kinderlosen: Sie sehen zu 30 Prozent den Staat als hauptzuständig (Familie: 28 Prozent, Familie und Staat gleichermaßen: 42 Prozent). (APA, 6.11.2014)

Share if you care.