Zehntausende gingen für vermisste Studenten in Mexiko auf die Straße

Video6. November 2014, 12:00
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Demo mit Zehntausenden Teilnehmern in Mexiko-Stadt nach Festnahme von Bürgermeister

Mexiko-Stadt/Iguala - Zehntausende Demonstranten haben in der mexikanischen Hauptstadt Aufklärung über das Schicksal der 43 verschleppten Studenten im Südwesten des Landes gefordert. Sie zogen am Mittwochabend (Ortszeit) von der Präsidentenresidenz zum Platz Zocalo im historischen Zentrum von Mexiko-Stadt.

"Lebend habt ihr sie uns genommen, lebend wollen wir sie zurück", skandierten die Studenten, Familienangehörigen und Aktivisten. "Warum tötet ihr uns, wenn wir doch die Zukunft sind."

storyful, instagram/diabau

Die Lehramtsstudenten waren am 26. September nach einer Spendensammelaktion in der Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero von der Polizei gestoppt worden. Anschließend wurden sie offenbar einer mit der Polizei verbündeten Drogenbande übergeben.

Bürgermeister festgenommen

Am Dienstag wurde der frühere Bürgermeister von Iguala und seine Ehefrau, die als Drahtzieher des Verbrechens gelten, nach sechswöchiger Flucht in Mexiko-Stadt festgenommen. Jose Luis Abarca und seine Frau Maria de Los Angeles Pineda waren nach dem Verschwinden der Studenten untergetaucht. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Abarca das Vorgehen gegen die Studenten anordnete, um zu verhindern, dass sie am nächsten Tag eine Rede seiner Frau mit Protesten stören.

storyful, instagram/morro de quixote

Das Bürgermeisterpaar soll Verbindungen zur Drogenbande Guerrero Unidos unterhalten, die verdächtigt wird, die verschleppten Studenten ermordet zu haben. Inzwischen wurden ein Dutzend Massengräber mit insgesamt 38 Leichen gefunden, doch ergaben vorläufige DNA-Analysen laut den Behörden, dass zumindest 28 der Leichen nicht von den Studenten stammten. Nach der Festnahme von Abarca besteht die Hoffnung, dass er Hinweise zum Schicksal der Vermissten liefert.

Insgesamt wurden mit Abarca mehr als 50 Verdächtige festgenommen, darunter etwa 40 Polizisten. Die Demonstranten betonten am Mittwoch aber, ihnen reiche dies nicht. Die Wut über das Verschwinden der Studenten verschwinde nicht mit Abarcas Festnahme, sagte Bardomiano Martinez, der Vize-Direktor des Lehrerseminars, aus dem die vermissten Studenten stammten. "Dies ist, was wir mit diesem Marsch zeigen wollen. Wir werden weiter mobilisieren, bis sie zurück sind - lebend", sagte Martinez. (APA, 6.11.2014)

  • Zehntausende bei einer Demonstration für die vermissten Studenten in Mexiko-Stadt.
    foto: epa/jose mendez

    Zehntausende bei einer Demonstration für die vermissten Studenten in Mexiko-Stadt.

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