Igor Zabel Award an Kunsthistorikerin Ekaterina Degot

6. November 2014, 11:02
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Drei Stipendien an Theoretiker aus Russland, Tschechien und Slowenien

Wien - "Ein starkes Signal nach Russland" will man heuer mit der Vergabe des Igor Zabel Award for Culture and Theory an die russische Kunsthistorikerin, Autorin und Kuratorin Ekaterina Degot senden. Das gab die Erste Stiftung, die den biennal vergebenen und mit 40.000 Euro dotierten Preis 2008 ins Leben gerufen hat, am Donnerstag bekannt. Die Verleihung findet am Abend in der Wiener Secession statt.

Die künstlerische Leiterin der Kölner Akademie der Künste der Welt sei bekannt für ihre "kritischen Stellungnahmen gegenüber der offiziellen Politik ihres Heimatlandes", heißt es über die 1958 in Moskau geborene Ekaterina Degot in den Unterlagen. Mit der Vergabe wolle man "ein deutliches Signal der Unterstützung an die neue russische Dissidentenszene" senden, "die es im nationalistisch aufgeheizten Klima des Ukrainekonflikts und angesichts einer neuen Ära der Ost-West-Konfrontation immer schwerer hat, innerhalb, aber vor allem auch außerhalb Russlands wahrgenommen zu werden".

Drei Stipendien

Auch eines der drei Igor Zabel Stipendien, die mit jeweils 12.000 Euro dotiert sind, geht nach Russland: Preisträgerin Ekaterina Degot wählte den russischen Aktivisten, Schriftsteller und Übersetzer Kirill Medvedev mit seinem Verlag Free Marxist Press aus. Die weiteren - von der Jury vergebenen - Stipendien gehen an den Prager Kunsttheoretiker Karel Cisar und den slowenischen Kunsthistoriker Miklavz Komelj. Laut Jury zwei "Theoretiker, die sich mit der engen Wechselwirkung von politischer und kultureller Entwicklung auseinandersetzen".

Der mit insgesamt 76.000 Euro dotierte Igor Zabel Award for Culture and Theory ist eine Initiative der Erste Stiftung und wird gemeinsam mit dem Verein Igor Zabel Association for Culture and Theory (Ljubljana) ausgelobt. Er zeichnet "außerordentliche kulturelle Leistungen von Kunsthistoriker/innen und -theoretiker/innen aus, deren Arbeit einen Bezug zu Zentral- und Südosteuropa hat und zum kulturellen Dialog auffordert". (APA, 6.11.2014)

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