Französischer Bombenbastler in Syrien getötet

6. November 2014, 12:31
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US-Luftangriffe auf radikalislamische Khorasan-Gruppe - Mitglieder sollen Anschläge im Westen planen

Washington - Bei einem US-Drohnenangriff in Syrien ist offenbar ein aus Frankreich stammender mutmaßlicher Bombenbauer für die radikalislamische Khorasan-Gruppe getötet worden. Wie die Nachrichtensender CNN und Fox News berichteten, war der 24-jährige David Drugeon in der Nacht zum Donnerstag in der syrischen Provinz Idlib mit dem Auto unterwegs, als ihn die Rakete getroffen habe.

Der Fahrer des Wagens sei lebensgefährlich verletzt worden, hieß es auf Fox News. Das Pentagon bestätigte den Luftangriff, nicht aber den Tod von Drugeon. "Wir prüfen noch immer den Ausgang des Angriffs", sagte Sprecher Steven Warren. Erste Anzeichen deuteten darauf hin, dass "mehrere Fahrzeuge der Khorasan-Gruppe" sowie Einrichtungen der Extremisten beschädigt oder zerstört worden seien. Die attackierten Gebäude seien als Treffpunkte, Ausbildungszentren und zum Bombenbau genutzt worden.

Konvertit

Drugeon war ein radikalisierter muslimischer Konvertit und stammte aus der Bretagne. Der Franzose hatte den Ruf eines versierten Bombenbauers. Medienberichten zufolge hatte er sich angeblich 2010 Al-Kaida-Kämpfern im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet angeschlossen und war irgendwann im vergangenen Jahr nach Syrien zur Khorasan-Gruppe gereist.

Die Gruppe ist laut US-Geheimdiensten ein Ableger der im syrischen Bürgerkrieg kämpfenden Al-Nusra-Front, die wiederum Verbindungen mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida unterhält. Anders als die Al-Nusra-Front und die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) konzentrieren sich die Khorasan-Mitglieder demnach nicht auf den Kampf in Syrien, sondern sollen Terroranschläge gegen westliche Staaten planen.

Flüssiger Sprengstoff

Die US-Geheimdienste haben die Gruppe bereits länger im Visier, der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde sie aber erst Ende September mit dem Beginn der US-Luftangriffe in Syrien. Die Bombenbauer von Khorasan sollen unter anderem mit flüssigem Sprengstoff arbeiten, um die Sicherheitskontrollen an Flughäfen zu umgehen. Eine Idee sei gewesen, Kleidungsstücke in ein explosives Gemisch zu tränken, berichtete CNN. An diesen Versuchen könnte Drugeon beteiligt gewesen sein.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte erklärt, dass die US-geführte Koalition in der Nacht zum Donnerstag Ziele der Al-Nusra-Front in Syrien angegriffen habe. Demnach wurden ein Fahrzeug und eine Stellung der Extremisten im Nordwesten zerstört. Mehrere Extremisten und zwei Kinder seien getötet worden, teilte die Organisation mit. Es sei erst das zweite Mal seit dem Start der Luftangriffe, dass die Koalition in Syrien gegen eine andere Gruppe als den IS vorgehe.

Die Al-Nusra-Front teilte auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter mit, bei den Angriffen "von Kreuzzüglern und Arabern" seien überwiegend Zivilisten getötet worden. In den Tagen vor den Angriffen hatte die Al-Nusra-Front in der Region Idlib Gebiete von moderaten Rebellengruppen erobert. Der Vorstoß der Extremisten wird als herber Rückschlag für die US-Strategie gesehen, gemäßigte Aufständische zu stärken, damit diese die Jihadisten in Syrien und im Irak zurückdrängen. (APA, 6.11.2014)

  • Ein US-Kampfjet Anfang November Auf einem Flugzeugträger im Persischen Golf.
    foto: ap photo/u.s. navy

    Ein US-Kampfjet Anfang November Auf einem Flugzeugträger im Persischen Golf.

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