Nach Ausschreitungen: 16 Festnahmen in Jerusalem

6. November 2014, 13:51
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Insgesamt 188 Personen wurden innerhalb von zwei Wochen verhaftet

Gaza/Jerusalem - Nach einer Serie von Anschlägen in Israel sind am Mittwoch im Gebiet von Jerusalem 16 Personen festgenommen worden. Sie würden verdächtigt, sich an Ausschreitungen beteiligt und Steine oder Feuerwerkskörper auf Sicherheitskräfte geworfen zu haben, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld am Donnerstag. Insgesamt seien in den vergangenen zwei Wochen 188 Verdächtige inhaftiert worden.

Zu den Protesten war es gekommen, nachdem am Mittwochmittag ein Palästinenser in Jerusalem mit seinem Auto in mehrere Menschengruppen gefahren war. Ein Polizist wurde getötet, 13 Personen laut Polizei verletzt. Der 38-Jährige ging anschließend mit einer Eisenstange auf mehrere Menschen los und wurde dann erschossen.

Der Attentäter stammte aus dem Stadtteil Shuafat in Ostjerusalem. Dort brachen nach dem Anschlag neue Unruhen aus. Die Hamas bezeichnete den Fahrer als Helden, der darauf bestanden habe, "Angriffe auf die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg und die Märtyrer des palästinensischen Volkes zu rächen". "Wir rufen zu weiteren Taten dieser Art auf", zitierte die Zeitung "Haaretz" einen Hamas-Sprecher. Der Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt ist sowohl Juden als auch Muslimen heilig.

Vier Anschläge innerhalb von zwei Wochen

Zudem wurden Mittwochabend drei israelische Soldaten von einem Kleinbus überfahren. Die israelische Armee stellte in der Nacht das mutmaßliche Tatfahrzeug sicher, der Täter stellte sich am Donnerstag den Behörden. Damit war es der zweite Anschlag binnen eines Tages und der vierte binnen zweier Wochen.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat von Israel und Palästinensern ein Zeichen gegen die neue Gewalt in Jerusalem verlangt. "Die Politik auf beiden Seiten muss jetzt den Mut aufbringen, mit klaren Worten und Taten gemeinsam auf eine Beruhigung hinzuarbeiten", verlangte Steinmeier am Donnerstag in Berlin. Beide müssten Provokationen aus den eigenen Reihen entgegentreten, bevor sich die "Spirale von Zorn und Vergeltung" selbstständig mache.

Nationalist angeschossen

Am 29. Oktober war der radikale Tempelberg-Aktivist Yehuda Glick angeschossen worden, die israelische Polizei tötete daraufhin den mutmaßlichen Täter. Eine Woche zuvor raste ein Palästinenser in eine Straßenbahnhaltestelle in Ostjerusalem. Zwei Menschen starben, mehrere wurden verletzt.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat in der Nacht auf Donnerstag klargestellt, dass es keine Veränderung des Status quo auf dem Tempelberg geben wird" und Israel nicht die Kontrolle über den Tempelberg übernehmen will. Das Areal wird von Jordanien und der islamischen Wakf-Behörde verwaltet. (APA, 6.11.2014)

  • Ausschreitungen am Rande Jerusalems am Mittwoch.
    foto: reuters/ammar awad

    Ausschreitungen am Rande Jerusalems am Mittwoch.

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