Über tausend Konzerne: Luxemburger Steuerdeals geleakt

6. November 2014, 08:44
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Mit komplizierten Finanzstrukturen lassen Konzerne ihre Steuern kleinrechnen

Wien - Tausende Seiten an Steuerdeals, die die Recherche-Plattform ICIJ online gestellt hat, zeigen das Ausmaß der legalen Steuervermeidung über den EU-Staat Luxemburg. Beteiligt sind nicht nur digitale Firmen wie Amazon, sondern auch etwas das britische Finanzunternehmen ICAP und das für seine Staubsauger bekannte Unternehmen Dyson, wie der "Guardian" berichtet. In Summe betreffen die geleakten Dokumente mehr als 1.000 Unternehmen, die alle vom Unternehmensberater PricewaterhouseCoopers (PwC) unterstützt wurden.

Die Behörden des Landes hätten teils äußerst komplizierte Finanzstrukturen genehmigt, mit deren Hilfe manche Unternehmen auf Gewinne teilweise weniger als ein Prozent Steuern gezahlt hätten, berichtet Sueddeutsche.de.

Sueddeutsche.de verwies in seinem Bericht darauf, dass Steuersparmodelle für Konzerne in Luxemburg legal seien. Allerdings ermittle die Europäische Kommission in zwei Fällen, ob die Entscheidungen der Luxemburger Behörden gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstießen, weil den Konzernen unfaire Vorteile eingeräumt würden.

Monatelange Recherche

Der Bericht ist Teil der vom International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) koordinierten Recherche. Mehr als 80 Reportern weltweit durchforsteten monatelang Dokumente. Hunderte Luxemburger Steuerdokumente sind auf der Website des ICIJ zu finden. In den Dokumenten werden auch elf Unternehmen mit Österreich-Bezug erwähnt.

Darunter die "Hutchison Group", der Mutterkonzern des Mobilfunkers "3" oder der Anlagenbauer Nordson. "Wir zahlen in Österreich Steuern", sagt "3"-Unternehmenssprecher Tom Tesch zum STANDARD. Mehr wollte er vorerst, nicht sagen – ohne die Dokumente geprüft zu haben. (APA, sum, 6.11.2014)

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