Salzburgs Sebastiansfriedhof wird wieder bestorben

5. November 2014, 16:58
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Stadt-Salzburgern steht der historische Friedhof in der rechten Altstadt nach 120 Jahren wieder als letzte Ruhestätte zur Verfügung

Salzburg - Den Anstoß zur Wiederinbetriebnahme des Sebastiansfriedhofs habe Dompfarrer Balthasar Sieberer gegeben, erzählt Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ). "Ein Friedhof muss bestorben werden", habe ihm Sieberer gesagt. Die Stadtregierung entsprach dem Ansinnen. Nach rund 120 Jahren dient der historische Friedhof im Herzen der rechten Altstadt seit November wieder als letzte Ruhestätte.

Ab 1500 Euro für zehn Jahre können sich Stadt-Salzburger hier beerdigen lassen. Die Auflagen sind wegen des Denk- mal- und Grundwasserschutzes streng. Erlaubt ist nur eine Urnenbestattung in Bio-Urnen, die sich binnen fünf Jahren zersetzen. Die Urne wird vergraben, die Namen der Toten werden an den Arkadenwänden auf Marmortafeln verewigt.

Gottesacker mit viel Prominenz

Wer hier seine letzte Ruhe findet, ist in prominenter Gesellschaft. Das Familiengrab der Mozarts oder das Grab von Philippus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus, befinden sich hier. In der Mitte steht das Mausoleum von Erzbischof Wolf Dietrich, der den Friedhof Ende des 16. Jahrhunderts nach dem Vorbild eines italienischen Camposanto ("Gottesacker") anlegen ließ. Der Sebastiansfriedhof ersetzte damals den Domfriedhof am heutigen Residenzplatz. 1879 wurde er vom Kommunalfriedhof abgelöst. (neu, DER STANDARD, 6.11.2014)

  • Der Sebastiansfriedhof in Salzburg ist ein historisches Kleinod und eine Oase der Ruhe im Stadtzentrum.
    killer/stadt salzburg

    Der Sebastiansfriedhof in Salzburg ist ein historisches Kleinod und eine Oase der Ruhe im Stadtzentrum.

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