"Kritischer und verständlicher als Wikipedia": Austria-Forum internationalisiert sich

5. November 2014, 15:27
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Einrichtung der TU Graz um interaktive Sammlung "Geography of the World" erweitert

Wien - Die 2009 ins Leben gerufene kostenlose Online-Enzyklopädie "Austria-Forum" hat ihr Datenvolumen seit dem Projektstart vervielfacht. Nun soll das Spektrum des an der TU-Graz entwickelten Lexikons erweitert werden. Die interaktive Sammlung "Geography of the World" liefert Daten zu 193 UNO-Mitgliedsstaaten, während alle im Austria-Forum enthaltenen Bücher als E-Books gelesen werden können.

Das Angebot

Die von einem Team der TU Graz initiierte Sammlung von Lexika und Datenbanken bietet Benutzern die Möglichkeit, Österreich-relevante Informationen zu recherchieren. Die Grundidee hinter dem Projekt war, eine zitierfähige Alternative zu Wikipedia mit Österreich-Bezug zu bieten, wobei auf Tagesaktualität zugunsten eines ausführlichen Archivs verzichtet wird. Laut den Herausgebern des Lexikons biete das "Austria-Forum" im Vergleich zu Wikipedia einen differenzierteren Überblick: Durch mehrere "Themenlisten" werden dem User zu kontroverseren Themen wie "Klimawandel" oder "Gentechnik" eine Vielzahl an Artikeln, Essays und Datenbankeinträgen zur Verfügung gestellt, die auch für den Unterricht oder das Studium verwendbare Quellen liefern.

Das Austria-Forum bietet zudem mit der interaktiven Länderdatenbank "Geography of the World" neue Zugänge zu öffentlich bekannten Informationen. Statt aus verschiedenen Quellen unterschiedliche Zahlen und Angaben nur anzuzeigen, liefert die Enzyklopädie auch mögliche Erklärungen für eventuelle Abweichungen und Unterschiede. Dadurch erhält das ursprünglich als rein Österreich-geprägt angekündigte Projekt einen neuen Schliff und wird zunehmend internationaler. "Wichtig ist, dass es nicht nur Dinge beinhaltet, die mit Österreich zu tun haben, sondern auch alles, was Österreicher interessieren könnte", so Projektleiter Hermann Maurer.

Laufende Erweiterung

Genauso bietet die neue Benutzeroberfläche bessere Möglichkeiten, mit den in der Datenbank enthaltenen Büchern zu arbeiten. So sollen in Zukunft die derzeit an die 200 Werke auf sämtlichen mobilen Arbeitsgeräten begutachtet und verwendet werden können. Für Produkte der Firma "Apple" ist das kostenpflichtige Herunterladen einer App aber nach wie vor erforderlich.

Das vom Österreich-Lexikon "Annotierbare Elektronische Interaktive Österreichische Universallexikon" (aeiou) ausgehende Projekt Austria-Forum soll in den kommenden Jahren noch weiter wachsen. Die Enzyklopädie wird durch Beiträge aus der Öffentlichkeit, sogenanntes "Crowd-Sourcing", laufend erweitert und ergänzt. Ziel sei es, bis 2016 das derzeit knapp 525.000 Beiträge umfassende Informationsvolumen zu verdreifachen, so Maurer. "Damit wäre der aktuelle österreichische Wissensbedarf gedeckt." Gestartet hat das Projekt mit 97.000 Beiträgen.

Die finanziellen Mittel für das Austria-Forum werden vor allem durch private Zuwendungen aufgebracht. Die TU Graz unterstützt das Projekt maßgeblich mit Räumlichkeiten und Personal, vom Bund fließen etwa 10.000 Euro pro Jahr in den Topf. Hauptsächlich stützt sich das Herausgeberteam auf Hilfe von außen und das derzeit rund 100 Personen umfassende Editorial. Unlängst versicherte auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zusätzliche finanzielle Unterstützung. (APA/red, derStandard.at, 5. 11. 2014)

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