Parlament der Mongolei setzte Regierungschef ab 

5. November 2014, 14:48
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Aufgrund von Korruptionsvorwürfen stimmten die Mehrheit des Parlaments bei einer Sondersitzung für die Amtsenthebung von Ministerpräsident Altanchujag

Ulan Bator - Nach Vorwürfen der Freunderlwirtschaft hat das Parlament der Mongolei am Mittwoch Ministerpräsident Norow Altanchujag abgesetzt. Auf einer Sondersitzung des "Großen Hural" stimmten 54,5 Prozent für die Amtsenthebung, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, auch Abgeordnete aus Altanchujags eigenem Lager hätten sich gegen ihn gewendet.

Ihm seien "Inkompetenz, Freunderlwirtschaft und Korruption" vorgeworfen worden. Die zentralasiatische Mongolei verbuchte in den vergangenen Jahren Rekord-Wachstumsquoten, 2011 lag das Plus bei 17,5 Prozent. Der Aufschwung war vor allem einem Boom von Kohle, Kupfer und Eisenerz zu danken. Im ersten Halbjahr 2014 lag das Wachstum nur noch bei 5,3 Prozent, eine galoppierende Inflation und ein Verfall der Währung sind ebenfalls Grund zur Sorge. Experten sehen den Staat vor großen Reformaufgaben, für die aber der politische Wille fehle.

Der riesige Flächenstaat zwischen Russland und China war über Jahrzehnte ein streng kontrollierter Satellit der Sowjetunion. Vor einem Vierteiljahrhundert schüttelte die Mongolei den Kommunismus ab und entwickelte sich zu einer Demokratie. (APA, 5.11.2014)

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