Kärntner Touristiker nehmen Wetterprognose selbst in die Hand

6. November 2014, 11:29
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Konzepte und Maßnahmen für Wintersaison 2014/15: Wetter-App soll spontane Buchungen bringen

Eine eigene Wetter-App, Skiweltcup-Rennen in Bad Kleinkirchheim und ein Charterflug nach Russland: Kärnten Werbung und Seilbahnwirtschaft präsentierten am Mittwoch in Klagenfurt Konzepte und Maßnahmen für die Wintersaison 2014/15. Die Rahmenbedingungen sind: günstig liegende Feiertage einerseits, frühe Osterferien und wirtschaftliche Krisenzeit mit vielen spontanen Kurzurlaubern andererseits.

Kurzurlauber ansprechen

30 bis 40 Prozent der Buchungen kämen mittlerweile sehr kurzfristig herein, weil sie auf spontanen Entschlüssen der Gäste basierten, sagte Christian Kresse, Chef der Kärnten Werbung. Eine Prognose über die Nächtigungszahlen in der kommenden Saison wollte er nicht abgeben. "Die Kurzurlauber entscheiden, ob am Ende ein Plus oder ein Minus bei der Nächtigungsentwicklung steht." In der vergangenen Saison stiegen die Ankünfte um 3,6 Prozent, die Zahl der Nächtigungen allerdings stagnierte.

Entscheidend für die spontanen Buchungsentscheidungen ist in der Regel das Wetter. In der Vergangenheit gab es immer wieder Kritik vonseiten des Tourismus an aus seiner Sicht ungünstigen Wettervorhersagen. Deshalb entwickelt die Kärnten Werbung eine eigene, "moderierte" Wetter-App mit sieben Zonen in Kärnten samt wetterbezogenen Freizeittipps. Die Prognosen kommen von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Klagenfurt. Im Dezember wird das Programm zum Download frei geschalten. Kresse sagte, andere Bundesländer würden das Konzept in Zukunft übernehmen.

Impulse durch Skiweltcup

Viel gute Publicity erwarten sich die Touristiker von den Skiweltcup-Rennen in Bad Kleinkirchheim. Am 10. Jänner gibt es eine Damen-Abfahrt, am 11. Jänner den Super-G. 7.000 Besucher pro Tag werden erwartet. Land und Gemeinde zahlen beim Budget von 1,4 Mio. Euro kräftig mit.

Deutlich zu spüren bekommt der Kärntner Tourismus nach wie vor die schwächelnde italienische Wirtschaft. Tschechien hat inzwischen Italien als Tourismusmarkt von Platz vier verdrängt. Nach den Gästen aus Österreich kommen die meisten Urlauber aus Deutschland, Ungarn und Tschechien. In Zentral- und Osteuropa sieht Kresse weiterhin viel Potenzial: "In Polen gibt es mehr aktive Skifahrer als in Deutschland." Flugverbindungen von Klagenfurt aus gibt es aber nur nach Wien und Deutschland (Köln/Bonn, Hamburg, Berlin). Zusätzlich wurde ein Russland-Charter eingekauft. 16 Kärntner Hotels sind beim Reiseveranstalter TEZ-Tour gelistet. Bleibt abzuwarten, wie sich die Ukraine-Krise entwickelt. Eine Charterverbindung im Sommer wurde ihretwegen vom russischen Partner abgesagt.

"Raum mit einem Thema ausstatten"

Die Kärntner Seilbahnen investieren für die kommende Saison insgesamt 13 Mio. Euro in ihre Infrastruktur - von Beschneiungsanlagen bis Funparks. Manager Reinhard Zechner: "Man muss den Raum mit einem Thema ausstatten und bespielen." Die Preise für die Liftkarten sind wieder leicht gestiegen, bei den meisten Resorts um einen Euro. In den beiden großen Skigebieten Nassfeld und Bad Kleinkirchheim wird man für eine Erwachsenen-Tageskarte in der Saison 2014/15 44 Euro bezahlen, ein Kind schlägt mit 22 Euro zu Buche. Vergleichsweise günstig sind dagegen die kleinen Skigebiete, so zahlt ein Erwachsener im Bodental 21 Euro für eine Tageskarte. (APA, derStandard.at, 5.11.2014)

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