Neues Ebola-Medikament geht ins Rennen

5. November 2014, 14:18
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Die Substanz FX06 verhindert das Durchlässigwerden von Gefäßen und hat einem Patienten geholfen - die Substanz kommt aus Österreich

An der Universitätsklinik Frankfurt kann über die erfolgreiche Behandlung eines aus Sierra Leone evakuierten Ebola-Patienten berichtet werden: Das in Österreich entwickelte Präparat FX06 wurde im Rahmen eines Heilversuches von den Experten der Frankfurter Universitätsklinik nach Prüfung durch die dortige Ethik-Kommission eingesetzt und konnte einen wesentlichen Beitrag zur Rettung des Patienten leisten.

Die Substanz wurde von einem Wissenschaftler am Wiener AKH entwickelt und ist in der Lage mit Ebola infizierten Menschen zu helfen.

"Eigentlich wollten wir uns auf eine andere Indikation konzentrieren und waren auf der Suche nach Investoren dafür. Doch dann wurde uns klar, dass alle vorliegenden vorklinischen und klinischen Untersuchungen über FX06 darauf hinwiesen, dass unsere Substanz eines der dramatischen Krankheitsbilder von Ebola, nämlich den sogenannten ‚Vascular Leak‘ bekämpft", erklärt Thomas Steiner, Geschäftsführer des Wiener Unternehmens MChE-F4Pharma, das das Präparat entwickelt hat.

Österreich gegen Ebola

Wer ist MChE-F4-Pharma? Ein österreichisches Unternehmen, das sich auf die Geschäftsentwicklung von technisch und wirtschaftlich fordernden Projekten spezialisiert hat. Es gehörte 2001 zu den Gründern der FIBREX Medical GesmbH. 2013 konnte MChE alle Rechte übernehmen. Im Rahmen der in Gründung befindlichen Gesellschaft F4 Pharma ist geplant, FX06 für die Behandlung von seltenen Krankheiten einzusetzen.

Die Wirkung besteht darin, die Wände der Blutgefäße, welche im Zuge der Krankheit durchlässig werden, wieder abzudichten. Dadurch wird eine irreparable Schädigung lebenswichtiger Organe verhindert.

"Wir waren bereits in Kontakt mit der WHO und weiteren internationalen Organisationen als wir den Hilferuf aus Frankfurt erhielten. Das große Glück war, dass der Hersteller unserer Substanz, die Firma Bachem, in der Lage war, raschest und unbürokratisch die Substanz FX06 nach Frankfurt zu senden." Jetzt geht es darum, möglichst zügig die letzten Hürden für klinische Untersuchungen zu überwinden.

Hürden der Zulassung nehmen

Die Zusammenarbeit mit dem Team an der Universitätsklinik Frankfurt, insbesondere mit Kai Zacharowski, ist ein wichtiger Angelpunkt, um den Einsatz von FX06 in spezialisierten Zentren in Europa und möglichst bald auch in Westafrika zu ermöglichen.

Die wissenschaftliche Erforschung des Krankheitsverlaufes bei Ebola Patienten in Intensivstationen in Europa ist die Voraussetzung für die Anwendung lebensrettender Substanzen. MChE F4-Pharma braucht für die weitere Entwicklung Unterstützung. (red, derStandard.at, 5.11.2014)

  • Ein neuer Ansatz bei der Bekämpfung der Ebolaviren verhindert das Durchlässigwerden von Gefäßen, die Substanz FX06 muss noch die viele Hürden der Zulassung nehmen.
    foto: apa

    Ein neuer Ansatz bei der Bekämpfung der Ebolaviren verhindert das Durchlässigwerden von Gefäßen, die Substanz FX06 muss noch die viele Hürden der Zulassung nehmen.

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