Kärntner Spitalsärzte drohen mit Streik

5. November 2014, 13:45
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Protestzug am 13. November, sollten Verhandlungen mit Kabeg scheitern - Ärzte wollen 30 Prozent mehr Grundgehalt

Klagenfurt/Wien – Mitten in die Verhandlungen der Ärzte der Kärntner Landesspitäler und der Kärntner Landeskrankenanstalten Betriebsgesellschaft (Kabeg) in der Frage der Reduzierung der Arbeitszeit von derzeit bis zu 72 Stunden auf maximal 48 Stunden pro Woche ist eine Streikdrohung der Ärzteschaft geplatzt. Die Mediziner planen am 13. November einen Protestzug vor die Kärntner Landesregierung.

Weder bei der Kabeg noch bei der Gewerkschaft hat man mit dem Schritt eine rechte Freude. "Aus meiner Erfahrung ist es alles andere als hilfreich und klug, vor dem ersten Gespräch so einen Schritt zu setzen", sagte Zentralbetriebsratschef Arnold Auer auf Anfrage der APA. Bei der Kabeg selbst bezeichnete man die Streikdrohung als "befremdlich". Die Verhandlungsrunde am Dienstag ging dann dennoch über die Bühne. Konkrete Ergebnisse könnte es am kommenden Freitag geben, da wird ab 08.00 Uhr in der Früh weiterverhandelt.

Die Kärntner Spitalsärzte fordern eine Erhöhung des Grundgehalts und wollen so viel, wie sie derzeit bei 60 Wochenstunden verdienen, schon bei 48 Stunden bekommen. Dafür müssten die Grundgehälter um 25 bis 30 Prozent steigen. "Unsere Positionen sind klar, die Ärzteschaft ist nicht mehr bereit, die vorherrschenden Missstände auszugleichen", sagte Ärztekammer-Präsident Josef Huber zur APA. Sollte es zu keiner Einigung kommen, werde aber am Donnerstag der kommenden Woche gestreikt. Huber: "Die Vorbereitungen laufen."

Alle Verhandlungsteilnehmer betonten jedoch das "konstruktive Klima" der ersten Gesprächsrunde. Ob es jetzt in Kärnten rasch zu einer Einigung kommt, blieb offen. "Es geht nicht nur um Gehälter, sondern auch um die entsprechenden flankierenden Maßnahmen", erklärte Kabeg-Chef Arnold Gabriel. (APA, 5.11.2014)

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