Auch Springer knickt ein im Kampf gegen Google

5. November 2014, 12:19
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Millionenschaden pro Marke, weil Google Springer-Medien nicht mehr in der Suchmaske darstellte

Berlin/Mountain View (Kalifornien) - Der Axel-Springer-Verlag streckt im Kampf gegen Google die Waffen. Man werde dem US-Konzern ab sofort erlauben, Pressetexte von Springermedien kostenlos im Internet in der Google-Suche anzuzeigen, sagte Springer-Chef Mathias Döpfner am Mittwoch.

Denn zuletzt habe Google die Darstellung bei vier Springer-Titeln, darunter welt.de, deutlich eingeschränkt. In den vergangenen zwei Wochen seien dadurch deutlich weniger Internetnutzer auf Webseiten der betroffenen Medien weitergeleitet worden. "Bei Google News ist der Traffic um rund 80 Prozent eingebrochen", sagte Döpfner. Insgesamt sei der Traffic auf den Portalen um 40 Prozent eingebrochen. Der finanzielle Schaden durch entgangene Vermarktungsumsätze habe sich, bezogen auf das Gesamtjahr, pro Marke im siebenstelligen Bereich bewegt.

Marktmacht von Google

"Würden wir das fortsetzen, schießen wir uns aus dem Markt", sagte Döpfner. Er betonte, die Daten zeigten die Marktmacht von Google. Der Konzern hebele damit das Leistungsschutzrecht aus. Diese Regelung hatte Verlagen faktisch ermöglicht, Geld von Suchmaschinenbetreibern zu fordern, die bestimmte ihrer Textteile im Internet verwerten. Google lehnt das jedoch ab. Der US-Konzern hatte deshalb die verkürzte Darstellung von Texten angekündigt, um die Gefahren wegen einer Klage der VG Media zu minimieren. Denn die Verlage halten juristische Schritte gegen Google aufrecht. Zuletzt hatten mehrere Verlage und ihre Verwertungsgesellschaft VG Media jedoch die Forderung nach Geld aufgegeben, da sie Einbrüche bei Umsatz und im Ergebnis fürchteten.

Google argumentiert, dass die Verlage durch die Weiterleitung über die Google-Suche Geld mit Werbung verdienen. Döpfner sagte, das Einknicken von Springer sollte nun Anlass geben für Politiker, Gerichte und Kartellexperten, die Angelegenheit unter die Lupe zu nehmen. (APA, red, 5.11.2014)

  • Döpfner: "Bei Google News ist der Traffic um rund 80 Prozent eingebrochen."
    foto: reuters/wiegmann

    Döpfner: "Bei Google News ist der Traffic um rund 80 Prozent eingebrochen."

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