IV-Präsident will Start-up-Fonds bei aws, nicht bei ÖIAG

5. November 2014, 11:02
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Staatsholding soll aber Teil der Dividende dafür abgeben - Zu Telekom Austria: Syndikat mit Slim sinnvoll

Zurückhaltend zur politisch angestrebten Reform der Staatsholding ÖIAG hat sich heute im Klub der Wirtschaftspublizisten der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Kapsch, gegeben. "Statt aus der ÖIAG-Dividende Budgetlöcher zu stopfen" könne er sich aber vorstellen, davon teils einen Finanzierungsfonds für Start-ups zu dotieren. Dieser könne vom aws betreut werden.

Funktioniert gut

"Wir haben das aws (Austria Wirtschaftsservice, Anm.), das sehr gut funktioniert. Die können das und sollen das tun", sagte Kapsch über die Förder- und Finanzierungsbank der Republik Österreich. Man könnte aus der ÖIAG-Dividende heraus mehr dotieren und mehr in Richtung des Themas Risikofinanzierung gehen, so der IV-Chef weiter. Start-up-Firmen könnten finanziert werden.

Prinzipiell wollte Kapsch "in diesem Punkt" dem Kanzler, Vizekanzler und dem Finanzminister aber nicht über die Medien ausrichten, "was richtig ist".

Eine "klare Botschaft" gab es "unabhängig davon, wie das ÖIAG-Gesetz, das sich wahrscheinlich verändern wird, in Zukunft aussieht" dann aber doch: "Es muss gewährleistet sein, dass im Aufsichtsrat und im Vorstand der ÖIAG keine Vertreter von Kammern oder Verbänden vertreten sind; dass es nicht dazu kommt, dass dort wieder unmittelbarer politischer Einfluss gegeben ist."

Verständnis

Allerdings äußerte der IV-Präsident auch "Verständnis, dass der Eigentümer (Republik Österreich, vertreten durchs Finanzministerium, Anm.) gewissen Einfluss haben möchte".

Aus persönlicher Sicht fügte Kapsch dann noch hinzu, dass er im derzeitigen Stadium nichts davon halte, weitere Beteiligungen in die Staatsholding einzubringen.

Bezogen auf die ÖIAG-Beteiligung bei der Telekom Austria kann Kapsch die Aufregung über das Syndikat mit America Movil "überhaupt nicht verstehen". Die Republik Österreich könne froh über den Vertrag sein. Ohne diesen gäbe es aufgrund des Aktienrechts höchstens noch ein Vetorecht bei Satzungsänderungen, "kein Anrecht auf einen Aufsichtsrat oder Vorstand, absolut null". Zusätzlich könne man "froh sein", dass der Partner Carlos Slim heiße, der einen Hub in Europa brauche, "das muss man positiv sehen. Denn ich glaube es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Telekom alleine ohne Partner eine langfristige Expansion schafft."

Bei Privatisierungen müsse man, geht es nach Kapsch, vor allem auf eines achten: "Man muss bei Dingen vorsichtig sein, die von heute auf morgen verlagert werden können - so ein Fall ist die OMV. Da muss man wirklich vorsichtig sein." (APA, 05.11. 2014)

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