Wie ein Teenager über Nacht zum Internet-Star wurde

5. November 2014, 10:48
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Ein auf Twitter tausendfach geteiltes Foto hat Target-Mitarbeiter Alex berühmt gemacht

Es kann jeden "treffen". Ein Tweet, ein Foto auf Instagram oder ein Facebook-Kommentar genügen - plötzlich wird man zum "Trending Topic", zum Internet-Star. Am Wochenende ist das einem Mitarbeiter des US-Diskonters Target passiert. Jemand hatte ein Foto auf Twitter geteilt, auf dem der Teenager bei der Arbeit zu sehen ist. Nun ist #AlexFromTarget ein neues Meme, und das Web rätselt, was dahintersteckt.

Tausende Male geteilt

Das Foto wurde in verschiedenen Tweets tausende Male geteilt. Zahlreiche weitere Fotos, Tweets und Scherze folgten. Blogs und Medien berichteten über den unverhofften Ruhm.

Sogar US-Moderatorin Ellen DeGeneres machte mit: "Hey, #AlexFromTarget, it's #EllenFromEllen", ließ sie den Burschen auf Twitter grüßen und lud ihn in ihre Show ein. Er selbst hat auf Twitter inzwischen über 582.000 Follower und bedankt sich für das positive Feedback.

Was steckt dahinter?

Die Frage, die nun alle beschäftigt: Welche Mechanismen stecken hinter dieser plötzlichen Internet-Berühmtheit? Waren tatsächlich so viele Nutzer vom Burschen mit der Justin-Bieber-Frisur fasziniert, oder ist es doch nur eine clevere Marketing-Kampagne?

Ein Experiment

Auf LinkedIn behauptet jedenfalls die Fan-Plattform Breakr, die Finger im Spiel gehabt zu haben. CEO Dil-Domine Jacobe Leonares schreibt in einem Statement, dass eine Nutzerin mit hoher Follower-Zahl das Foto gepostet habe und der Hashtag #AlexFromTarget kreiert wurde. Man wollte sehen, wie schnell sich das Foto unter den "Fangirls" verbreite.

Widersprüche

Die genannte Twitter-Nutzerin dementierte allerdings, etwas mit Breakr zu tun zu haben. Sie habe das Foto auf Tumblr gefunden, schreibt sie auf Twitter. In einem Update stellte Leonares klar, dass sie tatsächlich keine Mitarbeiterin sei. Auch mit Target und Alex selbst soll das Unternehmen in keiner Beziehung stehen.

Zudem ist bei dem "Experiment" nicht alles positiv verlaufen. Die Kehrseite plötzlicher Berühmtheit: Auf Twitter schlagen Alex und der von Breakr genannten Nutzerin auch viele Anfeindungen und Beschimpfungen entgegen.

Mithilfe der richtigen Community

Es stimmt natürlich skeptisch, wie ein nicht weiter auffälliges Foto eines Burschen ohne größere Hilfe im Hintergrund so populär werden kann. Andererseits könnte Breakr aber auch nur auf den Zug aufgesprungen sein, um Werbung für die eigene Seite zu machen. Möglich scheint beides. Das Fazit von Leonares: Wenn man die Aufmerksamkeit der richtigen Community bekommt, kann auch ein Unbekannter über Nacht zum Star werden. (br, derStandard.at, 5.11.2014)

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