Stromausfälle nach Sturm in Kärnten und Tirol

5. November 2014, 10:07
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Straßen gesperrt, Bahnverkehr unterbrochen - Feuerwehrmann im Bezirk Innsbruck-Land verletzt

Innsbruck/Klagenfurt/Salzburg - Orkanartige Föhnböen haben in der Nacht auf Mittwoch in Teilen Tirols, Kärntens und Salzburgs für mehrere Feuerwehreinsätze gesorgt. Besonders betroffen war der Bezirk Innsbruck-Land, wo ein Feuerwehrmann durch Gebäudeteile verletzt wurde. Entwurzelte Bäume blockierten Straßen. Auch der Bahnverkehr war betroffen.

Im Bezirk Spittal waren laut Polizeiangaben wegen eines beschädigten Strommasts vorübergehend 300 Haushalte ohne Strom. Ursache war ein Glimmbrand wegen eines defekten Isolators an einer 20-kV-Stromleitung. Auch in Innsbruck-Land waren am Mittwochvormittag noch Haushalte in sieben Gemeinden von Stromunterbrechungen betroffen.

Größere Schäden in Tirol

In Hall wurde ein Feuerwehrmann durch herabfallende Dachteile am Kopf getroffen. Er wurde verletzt in das Krankenhaus Hall eingeliefert. Bereits in der Nacht auf Dienstag starb ein Feuerwehrmann in Vorarlberg bei Aufräumarbeiten.

In der Nacht auf Mittwoch wurde nach Angaben der ÖBB die Oberleitung im Güterbahnhof Hall in Tirol durch eine verwehte Plane beschädigt. Zwischen Wattens und Hall wurde die Oberleitung durch einen umgestürzten Baum beschädigt. Bis 1 Uhr war die Strecke unterbrochen, danach eingleisig bis zum Frühverkehr. Deshalb gab es auch vereinzelt Verspätungen bei den S-Bahnen nach Innsbruck. Im Güterbahnhof Hall traten massive Verschubbehinderungen auf.

Eine S-Bahn-Garnitur blieb am Dienstagabend zwischen der Abzweigung Fritzens/Wattens 2 und Hall außerhalb des Bahnsteigbereichs hängen und musste evakuiert werden. Die Feuerwehr brachte 15 Passagiere in Sicherheit. Verletzt wurde niemand.

Straßensperren gab es in der Nacht nach Angaben der Polizei in Hall, Absam, Gnadenwald, im Wipp- und Stubaital. Die Brennerbundesstraße (B182) musste im Gemeindegebiet von Gries am Brenner für einige Zeit gesperrt werden. Auch die Autobahnausfahrt Hall-Mitte war aufgrund eines entwurzelten Baumes kurzfristig gesperrt.

Stauseen in Kärnten abgesenkt

In Kärnten hatte der Verbund wegen der Prognose großer Regenmengen bereits am Dienstag begonnen, die Drau-Stauseen Rosegg, Feistritz und Edling (Völkermarkter Stausee) um 2,5 Meter abzusenken.

In Salzburg bereitete der Föhnsturm laut Landesfeuerwehrkommando in der Gemeinde Stuhlfelden (Pinzgau) Probleme. Dort brachen Böen in der Nacht auf Mittwoch etliche Bäume, die zum Teil auf eine Gemeindestraße stürzten. Drei Häuser mussten deshalb aus Sicherheitsgründen evakuiert werden, sagte Feuerwehrkommandant Martin Mayrhofer zur APA.

Todesopfer in Frankreich und Italien

Auch in anderen Regionen Mitteleuropas sorgten Unwetter für Sach- und Personenschäden. In der italienischen Region Toskana starb eine Person, nachdem ein Bach unweit der Küstenstadt Massa Carrara über die Ufer getreten war. Das Wasser überschwemmte einen Teil der Innenstadt. Eine weitere Person galt als vermisst.

Die Bevölkerung war zuvor alarmiert und aufgefordert worden, auf das Autofahren zu verzichten. In drei Stunden waren die Niederschläge so stark wie sonst in einem gesamten Herbstmonat, berichtete der Zivilschutz am Mittwoch. Schwere Niederschläge wurden auch aus Ligurien gemeldet.

In Frankreich starb eine 32-jährige Krankenschwester am Dienstagabend durch einen Erdrutsch hinter ihrem Haus infolge heftiger Regenfälle in dem Dorf Saint-Blaise in den südlichen Alpen, wie Polizei und Feuerwehr mitteilten.

Mehr als 6.000 Haushalte im Departement Ardeche im Süden Frankreichs waren am Dienstag ohne Strom. In Nizza war der Flughafen zeitweise wegen der Wassermassen lahmgelegt. Dort wurde auch die berühmte Strandpromenade wegen starker Brandung am Dienstagabend gesperrt.

Größere Regenmengen erwartet

Laut dem meteorologischen Dienst Ubimet wird der Südföhn von West- nach Ostösterreich in den kommenden Stunden fortschreitend zusammenbrechen. Von Vorarlberg über den westlichen Alpenhauptkamm bis Oberkärnten werden mit der Frontalzone größere Regenmengen erwartet, mit einem deutlichen Maximum im Südwesten. Für den Süden Österreichs galt Mittwochmittag laut Unwetterzentrale teils die höchste Unwetterwarnstufe. (APA/red, 5.11.2014)

  • Ein eingestürzter Carport in Absam, Tirol.
    foto: apa/zeitungsfoto.at/daniel liebl

    Ein eingestürzter Carport in Absam, Tirol.

  • Umgeknickte Bäume blockieren eine Gemeindestraße in Stuhlfelden im Pinzgau.
    foto: apa/gemeinde stuhlfelden/egger gundi

    Umgeknickte Bäume blockieren eine Gemeindestraße in Stuhlfelden im Pinzgau.

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