3D-Aktien leerverkaufen

5. November 2014, 09:30
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Short-Position zur Spekulation oder Absicherung

Die Emission von Short-Zertifikaten, die bei DAX und Blue Chip-Aktien ganz normal erscheint, wird bei speziellen Themen-Zertifikaten, wie etwa dem STOXX Global 3D-Printing Index, von manchen Anlegern kritisch betrachtet: Wieso begibt die Emittentin nach einem Long-Zertifikat nun auch noch ein Short-Zertifikat? Will man damit etwa die Spekulation "gegen die Long-Fraktion" anheizen? Die Antwort ist schlicht: Nein – ebenso wenig, wie man mit dem Long-Zertifikat die Spekulation auf 3D-Unternehmen befeuern will. Ein Short-Zertifikat dient immer nur der Erweiterung der Produktpalette – die somit nicht nur von Pessimisten, sondern auch von überzeugten Long-Anlegern zur kurzfristigen Absicherung oder dem "Einfrieren" von Buchgewinnen genutzt werden kann.

Short-Position zur Spekulation oder Absicherung

Der STOXX Global 3D Printing Tradeable Daily Short (Gross Return) Index (EUR) spiegelt die Entwicklung einer Leerverkaufs- oder Shortposition in einem Portfolio wider, dessen Komponenten mit mindestens einem Prozent ihres Umsatzes im Sektor der 3D-Drucktechnologie vertreten sind. Diese Unternehmen müssen in Industrienationen (nicht Emerging Markets!) beheimatet sein und eine frei handelbare Marktkapitalisierung von mindestens 80 Mio. Euro und ein durchschnittliches tägliches Handelsvolumen von 250.000 Euro aufweisen. Es werden maximal dreißig Unternehmen gleichgewichtet zur Indexbildung herangezogen. Dieser setzt sich derzeit aus dreizehn Aktien (Arcam (Schweden), Bertrand (Deutschland), Dassault (Frankreich), Renishaw (Grossbritannien), Arrk (Japan), 3D Systems, Autodesk, Exone, Faro Technologies, PTC, Wilson Greatbatch, Stratasys, Symmetry Medical (alle USA)) zusammen. Die Zusammensetzung des Index wird jährlich im September überprüft und neugewichtet. Bei der Indexberechnung werden Zinserträge auf das leerverkaufte Volumen aufgeschlagen; abgezogen werden dagegen die Leihgebühren für die Aktien (Repo) und etwaige Dividendenzahlungen. Mit der ISIN DE000HY53DS5 bietet die HVB ein Open End Zertifikat an, dass die Entwicklung dieses Daily Short-Index im Bezugsverhältnis 1:100 mit einer jährlichen Managementgebühr von 0,75 Prozent abbildet. Dabei erfolgt, ganz wie bei einem Faktor-Zertifikat mit dem Faktor -1, eine tägliche Adjustierung auf den Hebel von -1, so dass Anleger täglich mit konstanter prozentualer Partizipation beteiligt sind – positiv (bei fallenden Kursen) wie negativ (bei steigenden Kursen). Die übliche Geld-Brief-Spanne beträgt 2 Prozent.

ZertifikateReport-Fazit: Dieses Short-Zertifikat eignet sich für diejenigen spekulativ orientierten Anleger, die die Bewertung von 3D-Aktien derzeit als zu hoch empfinden und von einer Korrektur des Branchen-Kursniveaus überzeugt sind. Aber auch, wer bereits eine Long-Position auf Einzeltitel oder die Branche hält, kann diese Bestände mit dem Zertifikat vorübergehend absichern und etwaige Kursgewinne "einfrieren".

Walter Kozubek ist Mitarbeiter des ZertifikateReports und HebelprodukteReports. Die kostenlosen PDF-Newsletter erscheinen wöchentlich.
Weitere Infos: www.zertifikatereport.de und www.hebelprodukte.de.

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