Midterm-Elections: US-Senat geht an die Republikaner

5. November 2014, 12:50
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Sieben Bundesstaaten konnten die Republikaner bisher bei der Senatswahl den Demokraten abspenstig machen, sechs hätten für die Mehrheit gereicht

Die Midterm-Elections in den USA sind mit einer Erfolgswelle für die Republikaner zu Ende gegangen. Schon früh am Wahlabend stand fest, dass nun auch der Senat von einer republikanischen Mehrheit dominiert wird. Auch im Repräsentantenhaus konnten die Republikaner zulegen.

Insgesamt wurden 36 der 100 Senatssitze neu gewählt. Die Republikaner konnten zumindest sieben Staaten für sich entscheiden, die zuvor mehrheitlich demokratisch waren. Noch stehen Entscheidungen in Alaska und Virginia aus. Auch dort könnten die Republikaner die Demokraten ablösen. Nach aktuellem Auszählungsstand stehen die Demokraten bei 44 Abgeordneten und die Republikaner bei 52.

Auch bei den Wahlen zu Repräsentantenhaus und den Gouverneurswahlen waren die Republikaner erfolgreich.

Es folgen Kurzbeschreibungen der bei den Senatswahlen von den Demokraten zu den Republikanern gewanderten Bundesstaaten und von deren Kandidaten.

Und noch ein kleiner Hinweis: Wenn Sie mögen, können Sie hier dem Politologen Peter Filzmaier Fragen zu den Midterm-Elections stellen.

Arkansas: Tom Cotton ist der neue Senator. Der 1977 geborene Republikaner war bisher Mitglied des Repräsentantenhauses. Er war als Soldat in der irakischen Hauptstadt Bagdad im Einsatz und hatte zuvor in Harvard Jus studiert. Sein demokratischer Gegner, der bisherige Amtsinhaber Mark Pryor, war seit 2002 im Amt.

foto: ap photo/danny johnston
Der Republikaner Tom Cotton ist neuer Senator aus Arkansas.

Colorado: Hier wird zukünftig der Republikaner Cory Gardner die Interessen des Staates in Washington vertreten. Er war bisher Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Colorado. Der 40-Jährige hat Politikwissenschaft und Jus studiert und hat seine bisherige Karriere in der Politik verbracht. Colorado ist einer jener Staaten, die die Demokraten im Jahr 2008 gewonnen hatten und die nun von den Republikanern zurückerobert wurden.

foto: reuters/rick wilking
Cory Gardner, republikanischer Senator aus Colorado, freut sich mit seiner Frau Jamie über den Wahlsieg.

Iowa: Mit der Republikanerin Joni Ernst ist erstmals eine Frau aus diesem Bundesstaat zur Senatorin gewählt worden. Die 44-Jährige verbrachte 21 Jahre ihres Lebens im Militärdienst und war zwischen 2003 und 2004 während des US-Einsatzes im Irak in Kuwait stationiert.

In Iowa könnte eine besonders skurrile Anekdote zur Niederlage des demokratischen Amtsinhabers Bruce Braley geführt haben. Braley lag in den Umfragen eigentlich voran – bis zum "Chicken Incident". Kurz zusammengefasst: In Braleys Garten hielten sich aus dem Nachbaranwesen ausgebüxte Hühner auf, woraufhin Braley der Nachbarin mit einer Klage gedroht haben soll. Obwohl er eine Klagsdrohung bestreitet und nur von einem "persönlichen Nachbarschaftsstreit" spricht, stellten ihn die Republikaner als abgehobenen Abgeordneten dar, der erst seine teuren Anwälte einschaltet, anstatt "wie ein echter Bürger Iowas" an die Nachbarstür zu klopfen und über die Sache zu reden. Ob das allein allerdings die Niederlage erklärt, sei jetzt einmal dahingestellt.

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Die Republikanerin Joni Ernst ist die erste weibliche Senatorin aus Iowa.

Montana: Der 52-Jährige Republikaner Steve Daines war seit 2013 Mitglied des Repräsentantenhauses und wird nun als Senator tätig sein. Daines arbeitete 13 Jahre für den Konsumgüterkonzern Procter & Gamble, bevor er sich 2012 entschied, Vollzeit in die Politik einzusteigen. Die Demokraten waren in Montana diesmal besonders schlecht aufgestellt. Der eigentliche Kandidat John Walsh kündigte erst im August an, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Ursache war, dass er zugeben musste, während seiner Studienzeit eine Semesterarbeit abgeschrieben zu haben. Die rasch aus dem Hut gezauberte Amanda Curtis konnte die Wahl für die Demokraten nicht gewinnen.

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Steve Daines, hier mit seiner Frau Cindy, wird Montana im Senat vertreten.

North Carolina: Der Republikaner Thom Tillis ist der neu gewählte Senator aus North Carolina. Der 54-Jährige hat jahrzehntelang für den Unternehmensberater PricewaterhouseCoopers gearbeitet, bevor er sich Anfang der 2000er-Jahre für eine politische Karriere entschied. Er setzte sich gegen die demokratische Amtsinhaberin Kay Hagan durch, die die Wahl 2008 gegen eine Republikanerin gewonnen hatte.

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Thom Tillis, der neue republikanische Senator aus North Carolina.

West Virginia: Die neue Senatorin ist die Republikanerin Shelly Moore Capito. Die 61-Jährige war seit 2001 Mitglied des Repräsentantenhauses. Sie ist die erste Frau, die für West Virginia im Senat sitzen wird. Ihre Herausforderin war die Demokratin Natalie Tennant.

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Shelly Moore Capito ist die erste Frau, die West Virginia im Senat in Washington vertreten wird.

South Dakota: Mit dem Republikaner Mike Rounds wird ein politischer Haudegen zum Senator für den Bundesstaat. Rounds war zwischen 2003 und 2011 Gouverneur von South Dakota, schon zuvor war der heute 60-Jährige 20 Jahre lang im Senat des Bundesstaats aktiv. Der bisherige Senator South Dakotas, der Demokrat Tim Johnson, hatte nach drei Amtszeiten entschieden, sich aus der Politik zurückzuziehen. Demokratischer Kandidat war deshalb Rick Weiland, der in den Umfragen seit Wochen deutlich hinter Rounds lag.

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Der Republikaner Mike Rounds freut sich über den Wahlsieg in South Dakota.

(mka, derStandard.at, 5.11.2014)

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