Noch einmal zum Kren

Einserkastl4. November 2014, 17:04
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Wir Alten trösten uns damit, dass wir noch wissen, was Pignoli und Zwetschkenröster sind

Vor kurzem haben wir hier das traurige Thema aufgegriffen, dass der Kren in Österreich offenbar im Rückzug begriffen ist: in seiner ursprünglichen Form, der Wurz'n – die Menschen greifen immer öfter zum Glas oder zur Tube –, und auch sprachlich. Meerrettich ist das neue Wort (vielleicht auch noch mit aspiriertem t).

Bei der Lektüre eines "Einserkastls" dieses Inhalts schläft den meisten Jungen – damit waren in Österreich früher einmal ganz allgemein junge Leute gemeint, nicht Buben – das Gesicht ein. Gähn! Who cares?

Anders ist es bei den Älteren, von denen viele diese Verlustgefühle kennen - und das auch ganz gerne untereinander einmal "sharen" wollen, wenn auch auf einem anderen Weg als über den Social Media Big Brother, Facebook.

Noch etwas kommt dazu: Liebe Freunde und Zwetschkenröster (auch ausgestorben) hier im STANDARD, sagen wir es einmal, wie es ist, die Hälfte der E-Mails, die ihr da über Rollouts, Dispono-Links, bei importierten Objekten, nicht korrekten XML/JSON, Problemen bei der Berechnung von Positionen (erst nach der Aktivierung der automatischen Vererbung, huch!) etc. verschickt, verstehen wir Alten auch nicht. Wir beklagen uns aber gar nicht, sondern schweigen beeindruckt – und vielleicht auch ein bisschen ängstlich. Und trösten uns damit, dass wir noch wissen, was Pignoli sind. Aber Pinienkernkipferl, das ist ein Thema für die Weihnachtszeit. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 5.11.2014)

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