Teil von Entwicklungshilfe fließt via Steueroasen

4. November 2014, 17:29
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Eurodad-Studie stellt Zahlungen an Off-Shore-Gesellschaften fest

Wien - Dass Unternehmen wie Google und reiche Privatpersonen ihr Vermögen gern in Steueroasen anlegen, ist bekannt. Neu ist, dass auch ein Teil der internationalen Entwicklungshilfe via Steueroasen abgewickelt wird. Zu diesem Schluss kommt eine am Dienstag veröffentlichte Studie der belgischen NGO European Network on Debt and Development (Eurodad).

Die Organisation hat sich europäische Gesellschaften angesehen, die mit öffentlichen Geldern private Wirtschaftsprojekte in Entwicklungsländern fördern. Eine dieser Gesellschaften ist die britische CDC Group, die im Namen der britischen Regierung Investments in armen Ländern forcieren soll. Ende 2013 waren aber mehr als zwei Drittel der von der CDC geförderten Fonds und Unternehmen in Steueroasen wie Mauritius und den Cayman Islands registriert. Seit 2000 sollen Zahlungen über 3,2 Milliarden Euro über Oasen abgewickelt worden sein. Bei der norwegischen Organisation Norfund waren Unternehmen bei 45 von 165 Projekten in Steueroasen wie Panama und Delaware (USA) registriert. Sieben solche Fälle fanden sich auch bei der deutschen Entwicklungsgesellschaft DEG.

Als Konsequenz fordert Eurodad striktere Regeln. Staaten sollten im Rahmen der Entwicklungshilfe private Investments fördern, um mehr Jobs und höhere Steuereinnahmen in ärmeren Ländern zu generieren. Zweiteres werde durch die Nutzung von Steueroasen unterlaufen, so Eurodad. (szi, DER STANDARD, 5.11.2014)

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