Der indische IT-Konzern Wipro wird seinen Standort in Lustenau aufgeben. Geschäftsführerin Elke Küng bestätigte am Dienstag auf APA-Anfrage einen entsprechenden Vorabbericht des "WirtschaftsBlatts". Wipro hatte in Lustenau kurz vor Weihnachten 2005 um 47 Mio. Euro das High-Tech-Unternehmen NewLogic des aktuellen Bregenzer Festspielpräsidenten Hans-Peter Metzler gekauft.

Umsatz von 7,3 Mrd. US-Dollar

Küng ging nicht auf die Hintergründe der Standortauflösung ein. Sie erklärte lediglich, dass die Räumlichkeiten bis Juni 2015 geräumt sein werden. Der indische Mutterkonzern mit weltweit über 150.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 7,3 Mrd. US-Dollar wollte sich zur Schließung der Niederlassung in Lustenau ebenfalls nicht äußern.

In Vorarlberg wurden zuletzt rund 12 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet. Zehn Mitarbeiter werden ihre Jobs verlieren, der Mitarbeiterabbau sei in der jüngeren Vergangenheit aber bereits sukzessive erfolgt, hieß es.

Wichtiger Schritt

Die Übernahme von NewLogic - damals ein führender Anbieter von Chip-Technologien zur drahtlosen Übertragung, primär in den Bereichen W-LAN und Bluetooth mit einem Jahresumsatz von 14 Mio. Euro - hatte Wipro als "wichtigen Schritt für unseren Plan, im drahtlosen Funk- und IP-Bereich die Nummer Eins zu werden", bezeichnet. Mit dem Kauf von NewLogic war auch der Zugriff von Wipro auf die 25 Patente der Firma verbunden. Die ehemals 120 Mitarbeiter von NewLogic wurden übernommen. Noch im Jänner 2006 hatte Wipro in Lustenau ein jährliches Wachstum von 35 Prozent erwartet.