Bierverkostung: Brussels Beer Challenge

Kolumne13. November 2014, 12:26
posten

Die Suche nach den besten Bieren gerät gelegentlich zu einer geschmacklichen Abenteuerreise

Ab und zu hat man den Verdacht, dass man etwas wiedererkennt. Einen Duft. Ein Geschmacksprofil. Einen Gesamteindruck. Da heißt es dann vorsichtig sein. Denn vor Vorurteilen ist keiner gefeit. Und deren gibt es ja genug unter Biertrinkern, auch unter denen, die sich professionell mit Verkostungen beschäftigen. Daher gilt es bei Jurysitzungen zu beherzigen, dass man sich beim vermeintlichen Wiedererkennen eines Bieres in einer Blindverkostung leicht irren kann.

Säure und Röstton

Also lieber auf Einzelheiten achten. Wie viel erfrischende Säure, wie viel Röstton sind in einem Porter noch akzeptabel - oder kippt die Probe schon ins Saure beziehungsweise ins Brenzlige? Und ist beim Russian Imperial Stout die Balance zwischen Süße und Bittere, Alkohol und Rezenz noch gegeben? Ist ja wichtiger als zu erkennen, ob man da das "Old Rasputin" von North Coast vor sich hat oder ein anderes.

Es bleibt abenteuerlich genug, die eigene Bewertung mit den anderen internationalen Juroren zu diskutieren und Medaillen zu vergeben. Im Fall des Imperial Stout setzte sich bei der Brussels Beer Challenge am Wochenende übrigens das "Ten Fidy Imperial Stout" von Oskar Blues in Colorado vor dem "Old Rasputin" und dem dänischen "Knud Den Store" durch. Nie davon gehört? Auch das gehört zum Abenteuer: Man lernt immer neue exzellente Biere kennen. (Conrad Seidl, Rondo, DER STANDARD, 7.11.2014)

  • Bei Bierverkostungen auf die Einzelheiten achten.
    foto: reuters/francois lenoir

    Bei Bierverkostungen auf die Einzelheiten achten.

Share if you care.