Das beste Stück ... nachgefragt bei Peter Weibel

Kolumne9. November 2014, 15:10
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Michael Hausenblas erfuhr vom Künstler Peter Weibel, was es mit Medikamenten, Glückswürfeln und Kleeblättern auf sich hat

"Was man weiß, muss man nicht unbedingt glauben. Beispielsweise hat der berühmte Quantenphysiker Niels Bohr gewusst, dass ein Hufeisen über der Tür nicht unbedingt Glück bringen bzw. helfen muss. Er hat es aber trotzdem aufgehängt, weil er zu wissen glaubte, dass Hufeisen zu den Dingen gehören, die helfen, auch wenn man nicht an sie glaubt.

Der Glaube an die Dinge ist doch mächtiger und wirksamer als das Wissen um die Dinge. Ich weiß um den Glauben an die Dinge, daher trage ich Dinge bei mir, an die ich nicht glaube, aber weiß, dass sie auch ohne Glauben wirken, zumindest glaube ich zu wissen, dass sie auch ohne Glauben wirken. Zusätzlich trage ich Dinge bei mir, von denen ich weiß, dass sie wirken und dass der Glaube an dieses Wissen ihre Wirkung verstärkt, zumindest glaube ich das zu wissen.

Es gibt also Dinge des Glaubens und des Wissens. Ich glaube an beides und weiß um beides. So sind meine Lieblingsdinge. Zu diesen zählen Medikamente ebenso wie Glückswürfel oder Kleeblätter." (Michael Hausenblas, Rondo, DER STANDARD, 7.11.2014)

  • Die Ausstellung "Peter Weibel - Medienrebell" ist noch bis zum 18. 1. 2015 im 21er-Haus, Arsenalstraße 1, 1030 Wien, zu sehen.
    foto: nathan murrell

    Die Ausstellung "Peter Weibel - Medienrebell" ist noch bis zum 18. 1. 2015 im 21er-Haus, Arsenalstraße 1, 1030 Wien, zu sehen.

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