Gesetzesnovelle bringt tägliche Turnstunde an Ganztagsschule

4. November 2014, 12:14
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Öffnung der Schulen für Vereine und Sporttrainer - Politische Bildung ab 2016 geplant

Wien - Eine Gesetzesnovelle, die Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) am Dienstag in Begutachtung geschickt hat, soll die schon länger angekündigte tägliche Turnstunde an Ganztagsschulen auf den Weg bringen. Durch Turnstunden und Sport im Freizeitteil soll es jeden Tag eine Stunde Bewegung geben, dafür sollen auch vermehrt Trainer aus Vereinen an die Schulen geholt werden.

Öffnung für Vereine

Ganztagsschulen dürfen dem Entwurf zufolge zwar weiterhin autonom festlegen, wie viel Zeit für Lernen und Freizeit vorgesehen ist. Künftig sind dabei aber "Bewegungseinheiten in ausreichender Zahl sicherzustellen", sodass es fünf davon pro Woche gibt. Außerdem dürfen demnach nicht mehr nur Freitzeitpädagogen im Freizeitteil die Schüler betreuen, sondern auch Sporttrainer. Durch die Öffnung der Schulen für Vereine und Sporttrainer erhofft sich Heinisch-Hosek mehr Vielfalt beim Angebot.

Ziele für Lernzeit am Nachmittag

Neben der täglichen Turnstunden soll in der Novelle noch ein zweiter Punkt des Sechs-Punkte-Programms der Regierung zur Bildung umgesetzt werden, nämlich eine "Qualitätsoffensive" bei den Ganztagsschulen: Künftig sollen auch die Aufgaben und Ziele von Lernzeit und die Ausgestaltung von Freizeit über die Betreuungspläne als Teil der Lehrpläne aufgenommen und präzisiert werden. Die Qualitätssicherung soll auch in diesem Bereich die Schulaufsicht übernehmen.

Pflichtmodul Politische Bildung

Außerdem auf dem Weg ist auch die Etablierung eines Pflichtmoduls Politische Bildung ab der 6. Schulstufe (2. Klasse AHS/Hauptschule/Neue Mittelschule). Dieses soll im Rahmen des Unterrichtsgegenstandes Geschichte und Sozialkunde umgesetzt werden, schulautonom kann aber auch ein eigener Unterrichtsgegenstand eingerichtet werden, kündigte die Ministerin in einer Aussendung an. Geplanter Start des Pflichtmoduls ist im Schuljahr 2015/16, wie es auf Nachfrage aus dem Ministerium hieß. Zusätzliche Kosten werden dafür nicht erwartet. (APA, 4.11.2014)

  • Künftig sind fünf Bewegungseinheiten pro Woche vorgeschrieben.
    foto: apa/schneider

    Künftig sind fünf Bewegungseinheiten pro Woche vorgeschrieben.

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