Ebola-Gefahr in Liberia laut Behörden nicht gebannt 

3. November 2014, 15:46
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Ban Ki-moon kritisierte "unnötige Restriktionen" in den USA

Monrovia/Freetown/Conakry - Trotz eines Rückgangs der Ebola-Fälle in Liberia ist die Gefahr durch das Virus nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch nicht gebannt. Derzeit würden noch immer 200 Ebola-Patienten in Gesundheitszentren behandelt, sagte Vize-Gesundheitsminister Tolbert Nyenswah am Montag in der Hauptstadt Monrovia. Zudem sein allein seit dem Wochenende 39 wahrscheinliche und bestätigte Fälle gemeldet worden.

Die Bevölkerung müsse weiterhin alle Vorsichtsmaßnahmen beachten, denn der Kampf gegen die Epidemie sei nicht vorbei, solange es auch nur einen Ebola-Fall gebe, hieß es. "Es ist nicht vorbei, bis alle betroffenen Länder 21 Tage lang keinen neuen Fall melden."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte vergangene Woche von einem deutlichen Rückgang des Virus' in Liberia berichtet. Zahlreiche der für Ebola-Kranke vorgesehenen Betten seien leer und auch die von Labors bestätigten Fälle seien rückläufig, hatte WHO-Experte Bruce Aylward gesagt. Gleichzeitig hatte er aber ebenfalls gewarnt, dass die Epidemie in Westafrika noch nicht unter Kontrolle sei und die Daten nur als vorläufig betrachtet werden könnten.

Kritik an USA von Ban Ki-moon

Als unnötig"hat UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon am Montag die Praxis einiger US-Staaten bezeichnet, von ihren Einsätzen in Ebola-Gebieten heimgekehrte Ärzte, Krankenschwestern und sonstige Helfer unter Zwangsquarantäne zu stellen. "Das sind außergewöhnliche Menschen, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen", sagte Ban, der sich zu einer Konferenz über Binnen-Entwicklungsländer in Wien aufhält.

"Sie sollten sofort behandelt und unterstützt werden, wenn sie Symptome der Krankheit zeigen", meinte er, nicht aber "unnötigen Extra-Beschränkungen und Diskriminierungen ausgesetzt werden", sagte Ban, "einschließlich einer Quarantäne, die nicht auf wissenschaftlicher oder medizinischer Beweislage basiert". Prinzipiell vertrete er die Auffassung, "dass wir das Virus an den Orten seiner Entstehung bekämpfen müssen, anstatt den internationalen Handel oder die Bewegungsfreiheit der Menschen einzuschränken", betonte Ban auf einer Pressekonferenz im Wiener UNO-Hauptquartier. Daher habe er auch auf internationale Flug- und Schifffahrtslinien eingewirkt, ihren Betrieb voll aufrecht zu erhalten.

Nach WHO-Angaben lag die Zahl der Ebola-Fälle in Westafrika bis Ende Oktober bei mehr als 13.500. Mehr als 4.900 Menschen sind schon durch das Virus gestorben. (APA, 3.11.2014)

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