"This War of Mine": Kriegsdrama macht Spieler zu Opfern

14. November 2014, 09:48
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Mit vielen Vorschusslorbeeren ausgezeichnetes Überlebensdrama ist erschienen

Eine zerfallende Stadt unter Besetzung. Mittendrin der Spieler als Lenker einer Gruppe von Zivilisten, die versucht, in den Wirren des Krieges zu überleben. Von der Suche nach Nahrung und nützlichen Gegenständen im Schutze der Nacht, über das Verstecken vor Scharfschützen, Konfrontationen mit Soldaten und folgenschwere Entscheidungen über das Schicksal der Gruppe und einzelner Mitglieder.

Mit einem Zugang, der den meisten Games mit Kriegshintergrund diametral gegenüber steht, sorgte "This War of Mine" bei seiner Enthüllung im vergangenen März für reges Interesse und Vorschusslorbeeren. Mittlerweile haben die Entwickler der 11 Bit Studios einen neuen Trailer veröffentlicht, der auch Ingame-Szenen zeigt und einen Einblick in das bedrückende Szenario ermöglicht.

Trügerische Sicherheit

Einen Ausflug in "The War of Mine" konnte im Vorfeld Polygon unternehmen. Es gehe darum, die Bedrohlichkeit des Krieges zu übermitteln, sagen die polnischen Gamedesigner, die den Kriegsschauplatz absichtlich nicht benannt haben. So entledigt sich der Titel einer möglichen politischen Kontroverse, ohne seine Botschaft dafür vernachlässigen zu müssen.

Man lebe im Gefühl, niemals von Krieg betroffen sein zu können - bis er da ist. Eine trügerische Sicherheit, in der sich die Menschen auch vor dem Zweiten Weltkrieg gewogen hatten, meint Michal Drozdowski, der für das spielerische Design verantwortlich ist.

Dem Spieler wird vermittelt, dass Krieg mit soldatischem Heldentum wenig zu tun hat. Der Alltag für die Zivilistengruppe ist gespickt mit Herausforderungen und Gefahren, ebenso wie mit Belastungen wie Hunger oder Schlafmangel.

Überleben

Inszeniert ist das Geschehen in der Seitenansicht. In dunklen Umgebungen sollen Licht- und Schattenspiele für Atmosphäre sorgen, während die Charaktere unter anderem durch realistische Animationen ihre Gemütslage transportieren. Der Grafikstil übermittelt das Flair einer lebendigen Zeichnung.

Neben dem Haus, in dem die Gruppe sich verschanzt, werden zahlreiche weitere Schauplätze inszeniert, die im Laufe der Handlung erkundbar werden. Von verlassenen Häusern reicht die Bandbreite bis hin zu Kampfzonen wie "Sniper's Alley", in dem sich Scharfschützen der beiden Kriegsparteien gegenüberstehen.

Der Spieler trifft auf andere Überlebende, von denen er Aufträge annehmen, mit ihnen handeln, von ihnen stehlen oder sie auch in seiner Gruppe willkommen heißen kann.

11bitstudios

Risikomanagement

Das ultimative Ziel ist es, die Belagerung der Stadt zu überstehen. Jedes Mitglied der Gruppe kann dabei wichtige Talente beisteuern, gleichzeitig erfordert es mitunter mehr Anstrengung und Risiko, alle überleben zu lassen.

Dabei müssen auch Nahrungs- und Zeitressourcen gemanagt werden. Es gilt etwa, das Gebäude zu verbarrikadieren, um künftig weniger Wachdienste einteilen und angeschlagenen Mitgliedern mehr Ruhe gönnen zu können. Kranke Mitstreiter benötigen mehr Erholung und Medikamente und können damit zu einer Last werden. Doch auch psychische Erschöpfung kann letztlich den Zerfall der fragilen Gemeinschaft nach sich ziehen, denn nicht alle stecken den Verlust von Kameraden einfach weg.

Ausprobieren

"The War of Mine" ist am Freitag für Windows, OS X und Linux erschienen. Käufer erhalten sowohl einen Steam-Key als auch eine DRM-freie Kopie des Spiels.

Die 11 Bit Studios sind unterdessen eine Partnerschaft mit der Organisation War Child eingegangen, über die Geld für die Unterstützung von kriegsbetroffenen Kindern gesammelt wird. (gpi, derStandard.at, 14.11.2014)

  • "This War Of Mine" ist am Freitag erschienen.
    foto: this war of mine

    "This War Of Mine" ist am Freitag erschienen.

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