Europas Leitbörsen schließen deutlich tiefer

4. November 2014, 18:14
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Draghi-Gerüchte und gesenkter EU-Herbstausblick belasten - BMW, Santander und L'Oreal mit Zahlen im Blick

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Dienstag einheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um klare 48,08 Einheiten oder 1,56 Prozent auf 3.034,24 Zähler.

Händler begründeten die Abgaben am späteren Nachmittag mit Gerüchten, dass einige Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) den Kurs des EZB-Präsidenten Draghi für unangebracht hielten. "Hauptgrund ist aber, dass die EU-Kommission auch für Deutschland eine Rezession nicht ausschließen will", sagte ein Marktteilnehmer.

Schon am Vormittag hatte die Kommission ihre gekürzte Herbstprognose vorgelegt. Laut dem Ausblick werden für die Eurozone nun kommendes Jahr nur mehr 1,1 Prozent Wachstum erwartet - nach einer Prognose von 1,7 Prozent im Frühjahr. Für die gesamte EU sind es nun 1,5 Prozent (nach 2 Prozent). Weitere Konjunkturdaten wurden hingegen an den Börsen kaum beachtet.

Auf Unternehmensseite rückten Quartalsergebnisse ins Blickfeld der Anleger. Nach den überraschend hohen Gewinnen im Frühjahr hat BMW zum Auftakt der zweiten Jahreshälfte etwas an Schwung verloren. Der Überschuss lag im dritten Quartal mit 1,3 Mrd. Euro im Vorjahresvergleich sogar um 1,2 Prozent niedriger, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Die Papiere reduzierten sich 2,79 Prozent auf 82,89 Euro.

Die spanische Großbank Santander schüttelt die Folgen von Wirtschafts- und Finanzkrise weiter ab. Im dritten Quartal steigerte das Institut seinen Überschuss verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte auf 1,61 Milliarden Euro, wie es am Dienstag mitteilte. Das war besser als von Analysten erwartet. Dabei profitierte die größte spanische Bank von der wirtschaftlichen Erholung in ihrem Heimatland. Santander-Papiere verbilligten sich nach Auftaktgewinnen im schwachen Umfeld dennoch 3,43 Prozent auf 6,75 Euro.

Schon am Montagabend hatte L'Oreal (minus 1,25 Prozent auf 122,55 Euro) Zahlen vorgelegt. Die Erlöse seien um lediglich 2 Prozent auf 5,39 Milliarden Euro nach oben geklettert, teilte das Unternehmen mit. Analysten hatten hingegen mit 5,47 Milliarden Euro gerechnet. Der Markt für Verbraucherprodukte schwäche sich ab, hieß es in der Mitteilung weiter. Vor allem das schlechte Sommerwetter in Westeuropa habe das Geschäft belastet. (APA, 4.11.2014)

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