Warum der Podcast ein Comeback feiert 

3. November 2014, 09:44
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Podcasts erfreuen sich plötzlich wieder größter Beliebtheit – der Grund dafür ist naheliegend, aber dennoch überraschend

Für einige Jahre gehörten Podcasts zu den am meisten hochgejubelten neuen Medienformaten: Nach dem Erscheinen von Apples iPod im Jahr 2001 begannen immer mehr Menschen, kurze Audioclips aufzunehmen. Die Bandbreite der besprochenen Themen war riesig, auch die Diversität der Podcast-Moderatoren, die bereits prominente Stars oder Amateure sein konnten. Doch rund um den Beginn der 2010er-Jahre nahm das Interesse an Podcasts langsam ab, wie das New York Mag analysiert.

Kurze Pause für Podcasts

Die Gründe dafür waren weitgefächert: Durch Audiostreamer Spotify hatten Kunden legal eine große Auswahl an unterschiedlichen Musiktiteln, waren also nicht mehr auf ihre private Musikbibliothek angewiesen. Gleichzeitig ermöglichten bessere Netze und Geräte das mobile Videostreaming, das für viele das Podcast-Hören in der U-Bahn ersetzte. Es sah so aus, als würden sich Podcasts zu einem Nischen-Medium zurückentwickeln.

Starkes Comeback

Doch 2014 steht das Format plötzlich so stark da wie noch nie zuvor: Es gibt für Nutzer eine unendlich scheinende Auswahl, auch an professionell produzierten Sendungen, hinter denen ein Team an Rechercheuren und Produzenten steht. Gleichzeitig hat sich die On-Demand-Kultur weiter verfestigt, neben Spotify etwa auch durch Videostreamer Netflix. Eine Entwicklung, die natürlich von Podcasts angestoßen wurde, die nun aber durch die genannten Anwendungen eine breite Masse erreicht. Quasi nach dem Motto: Wenn die Großmutter Videos und Musik streamt, hat sich dieses Nutzungsverhalten durchgesetzt.

Autos als Motor für Podcasts

Diese neue Gruppe an Personen greife nun auch wieder auf Podcasts zurück, so das New York Mag. Der wichtigste Grund für die Podcast-Renaissance ist aber: Das Auto. Denn mittlerweile besitzen viele Nutzer ein Auto, das zumindest Bluetooth-fähig ist. Dadurch können sie während der Fahrt Podcasts abspielen. Mit der Verbreitung von Connected Car-Lösungen wie Android Car oder Apple CarPlay wird diese Zahl noch weiter steigern.

Lukrative Industrie

Das Auto war dabei schon immer ein idealer Ort, um Audio zu hören. Nach Kassetten, CDs oder Radio sind nun auch Podcast dort angelangt. Autofahrer dürften dabei einen beträchtlichen Teil der 39 Millionen US-Bürger ausmachen, die im vergangenen Monat einen Podcast gehört haben. Eine beträchtliche Summe, die für Einnahmen sorgt. So steigt die Zahl jener Podcast-Produzenten, die von ihren Sendungen leben, sogar Mitarbeiter bezahlen können. Ein mögliches Ende der Renaissance dürfte daher noch auf sich warten lassen.

  • Podcasts erlitten durch Videostreaming und Spotify einen Dämpfer...
    foto: reuters/jackson

    Podcasts erlitten durch Videostreaming und Spotify einen Dämpfer...

  • ... Bluetooth-fähige Autos sorgen allerdings für eine Renaissance, so Analysten
    foto: reuters/wiegmann

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